WIESBADEN (dpa-AFX) - Angesichts deutlich niedriger Energiekosten hat sich in Deutschland der Rückgang der Erzeugerpreise unerwartet beschleunigt. Die Preise, die Hersteller für ihre Waren verlangen, fielen im Januar im Jahresvergleich um 3,0 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Die Erzeugerpreise sanken damit den elften Monat in Folge und so stark wie seit April 2024 nicht mehr. Analysten waren im Schnitt von einem Rückgang um 2,2 Prozent ausgegangen, nach minus 2,5 Prozent im Dezember.
Auch im Monatsvergleich gab es eine Überraschung: In dieser Betrachtung fielen die Erzeugerpreise im Januar um 0,6 Prozent, während Analysten im Durchschnitt ein leichtes Plus erwartet hatten.
Der Index der Erzeugerpreise gewerblicher Produkte misst die Entwicklung der Preise im Bergbau, im Verarbeitenden Gewerbe sowie in der Energie- und Wasserwirtschaft für Produkte von Herstellern - bevor diese in den Handel kommen. Die Erzeugerpreise wirken sich daher auch auf die Verbraucherpreise aus.
Im Januar wurden die Erzeugerpreise erneut stark von Kosten für Energie beeinflusst. Diese war 11,8 Prozent billiger als ein Jahr zuvor. Den stärksten Einfluss auf die Jahresrate hatten die Preisrückgänge bei Erdgas mit einem Wert von 13,7 Prozent. Auch elektrischer Strom kostete deutlich weniger, während Fernwärme nur etwas günstiger war./la/mis