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Aktien Frankfurt: Neue US-Zollunsicherheit sorgt für Verluste

Aktien Frankfurt: Neue US-Zollunsicherheit sorgt für Verluste

23.2.2026 13:17:39 | Quelle: dpa | Lesedauer etwa 3 min.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax ist am Montag nach einem versöhnlichen Wochenausklang etwas unter Druck geraten. Die Verluste hielten sich aber angesichts der Unsicherheit über neue US-Zölle in Grenzen. Das verbesserte deutsche Ifo-Geschäftsklima gab indes keine Impulse. Am frühen Nachmittag sank der deutsche Leitindex um 0,59 Prozent auf 25.112 Punkte. Das Mitte Januar erreichte Rekordhoch von 25.507 Punkten rückt damit wieder etwas weiter in die Ferne, während die viel beachtete runde Marke von 25.000 Punkten hielt.

Der MDax , der die mittelgroßen Börsentitel enthält, fiel um 0,69 Prozent auf 31.604 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es nach der jüngsten Rekordjagd um 0,2 Prozent nach unten.

Die positive Marktreaktion vom Freitagnachmittag auf die Entscheidung des obersten US-Gerichts gegen viele der globalen Zölle der US-Regierung machte damit etwas Ernüchterung Platz. Neben der "Konfusion im Zollstreit" halte weiterhin ein möglicher Militärschlag der USA gegen Iran die Anleger auf Trab, kommentierte Marktanalyst Christian Henke vom Broker IG. Zudem richteten sich die Blicke schon zunehmend auf die am späten Mittwochabend anstehenden Geschäftszahlen des Halbleiterriesen Nvidia .

Wenige Stunden, nachdem das oberste US-Gericht am Freitag einen Großteil von Donald Trumps Zöllen auf Basis eines Notstandsgesetzes aus den 1970er Jahren als unzulässig erklärt hatte, kündigte der US-Präsident einen weltweiten Zoll auf Importe in die USA von 10 Prozent an. Diesen hob er am Folgetag auf 15 Prozent an. Damit schöpft er die Höchstgrenze eines Handelsgesetzes aus den 1970er Jahren, auf das er sich beruft, voll aus. Nun versuchen die EU und andere Länder, die genauen Folgen für die globale Wirtschaft abzuschätzen. Die Europäische Kommission will nach der US-Gerichtsentscheidung und Trumps Ankündigungen Klarheit von den USA.

Mit am stärksten unter Druck in Europa standen angesichts der Zollunsicherheit die exportsensiblen Technologie- , Chemie, , Automobil- und Industrietitel . Im Dax zählten der Softwarekonzern SAP und der Flugzeughersteller Airbus mit Abschlägen von 2,5 und 1,5 Prozent zu den größten Verlierern.

Deutliche Kursverluste des Pharmakonzerns Novo Nordisk nach enttäuschenden Studiendaten zum Abnehmmittel Cagrisema zogen den gesamten Sektor mit nach unten - und auch die Aktien von Gerresheimer , die 5,5 Prozent einbüßten. Der Spezialverpackungshersteller produziert unter anderem Injektionspens für die Abnehmmittel.

Die zuletzt rekordhungrigen Titel des Baukonzerns Hochtief verloren 1,4 Prozent. Die spanische Bank Santander strich ihre positive Anlageempfehlung. Sie hob zwar das Kursziel etwas an, liegt damit aber immer noch klar unter dem aktuellen Niveau.

Vergleichsweise gefragt waren dagegen neben den als defensiv geltenden Versorger- und Telekommunikationswerten die Aktien von Banken und Versicherern . Für Dax-Spitzenreiter Commerzbank ging es um 2,3 Prozent hoch.

Die zuletzt stark gestiegenen Kupferpreise bescherten Aurubis ein Rekordhoch - zuletzt gewannen die Aktien 1,8 Prozent. Bereits Ende Januar hatte der Kupferkonzern wegen höherer Metallpreise und einer guten Kupfernachfrage die Prognose für das operative Vorsteuerergebnis höher gesteckt./gl/jha/

Von Gerold Löhle, dpa-AFX