NEW YORK (dpa-AFX) - Im Zweikampf mit Nvidia beim Massenvertrieb von KI-Chips kann AMD am Dienstag mit einem Milliarden-Deal punkten. Im vorbörslichen New Yorker Handel zog der Kurs um bis zu 14,4 Prozent an, nachdem gemeldet wurde, dass der Social-Media-Riese Meta für seine Rechenzentren auch im großen Stil auf AMD-Prozessoren setzt. Titel des Wettbewerbers Nvidia litten darunter mit 0,6 Prozent Minus. Meta gaben vorbörslich um 0,4 Prozent nach.
Die beiden Unternehmen gaben am Dienstag einen Ausbau ihrer Zusammenarbeit bekannt, in deren Rahmen AMD über mehrere Jahre Hochleistungsprozessoren (GPU) für KI-Anwendungen mit einer Gesamtleistung von bis zu 6 Gigawatt bereitstellen soll. Im Zuge des mehrere Zehn-Milliarden-Dollar schweren Deals kann Meta bis zu 160 Millionen AMD-Aktien erhalten, was einer Beteiligung von zehn Prozent entsprechen würde. Bekannt ist Meta vor allem für seine Plattformen Facebook und Instagram.
Am Markt hieß es, die Ankündigung signalisiere, dass AMD mit dem größeren Konkurrenten Nvidia mithalten kann und die Investitionen in KI-Ausrüstung weiter steigen, auch wenn einige Anleger eine "Investitionsblase" befürchten. Der Analyst Matt Britzman vom Vermögensverwalter Hargreaves Lansdown spricht von einem "Vertrauensbeweis für AMDs KI-Hardware". Konkurrenzfähige Chips zu entwickeln sei der eine Teil einer gewaltigen Aufgabe; diese in großen Mengen anbieten zu können, sei der andere Teil.
Für Meta ist die Vereinbarung der jüngste Schritt in einer massiven Investitionsoffensive. "Meta hat beim KI-Wettrüsten gerade einen weiteren Gang höher geschaltet", kommentierte Britzman hierzu. Denn in der Vorwoche war schon ein großer Deal zwischen Meta und Nvidia bekannt gegeben worden. In Ergänzung dessen sei die Botschaft eindeutig: KI-Infrastruktur habe bei Meta oberste Priorität.
Meta-Chef Mark Zuckerberg hatte Ende Januar für Schlagzeilen gesorgt mit der Ankündigung, Hunderte von Milliarden Dollar in den Ausbau der Rechenkapazität zu investieren. Den Anlegern tat er damit aber zunächst keinen Gefallen, denn neuerdings hinterfragen sie vermehrt, ob sich hohe KI-Investitionen am letztendlich lohnen. Von ihrem Ende Januar erreichten Zwischenhoch sind die Meta-Aktien bereits um mehr als 14 Prozent abgesackt. Im Februar waren dann auch die Anteile des Google-Mutterkonzerns Alphabet wegen verdoppelter KI-Investitionen abgestraft worden./tih/bek/jha/