(neu: Kurse und mehr Details)
FRANKFURT/MADRID (dpa-AFX) - Gerüchte über ein Übernahmeinteresse sorgen bei Aktien von 1&1 am Freitag für deutliche Kursgewinne. Wie das spanische Nachrichtenportal "El Espanol" mit Verweis auf mit der Sache vertraute Personen berichtete, befindet sich der spanische Telekomkonzern Telefonica in Gesprächen mit der United-Internet-Tochter. Schon im Oktober war über solche Gespräche spekuliert worden.
Am Ende eines schwachen Februars verhalfen die Spekulationen den 1&1-Aktien zu einem Kurssprung von 8,3 Prozent auf 24,20 Euro. Zuletzt waren sie bei 22 Euro auf einem Tief seit November angekommen, genauso wie United Internet . Die Titel des Mutterkonzerns zeigten sich am Freitag sogar noch etwas dynamischer, indem sie um zehn Prozent hochsprangen. Die Titel des möglichen Bieters Telefonica zogen in Madrid um mehr als fünf Prozent an.
Telefonica ist in Deutschland bereits mit seinem O2-Netz aktiv, hat aber 1&1 vor einiger Zeit als Netz-Mitnutzer verloren im Zuge dessen Vorhaben, ein eigenes Netz aufzubauen. Dieser Plan jedoch stockt, zuletzt hatte 1&1 sich deshalb Kapazitäten im Vodafone -Netz gesichert. Im Oktober war dann im "Handelsblatt" von Gesprächen zwischen Telefonica und 1&1 im frühen Stadium die Rede.
Am Dienstag hatte Telefonica Resultate vorgelegt. Dabei schwächelte die Deutschland-Tochter O2. Laut dem DZ-Bank-Analysten Matthias Volkert zeigten sie die Beeinträchtigungen davon auf, dass 1&1 den Netznutzungsvertrag gelöst hatte. Das Management habe dann in einer Analystenkonferenz betont, dass Deutschland kurz-, mittel- und langfristig ein Kernmarkt für Telefonica bleibe. Auf konkrete Nachfragen zu einer möglichen Wieder-Verflechtung mit 1&1 sei das Management jedoch nicht eingegangen.
Die Fantasie für eine Konsolidierung in der Telekom-Branche trieb zum Wochenschluss auch den europäischen Sektorindex an, der zuletzt schon mit einem Hoch seit 2017 gut da stand. Gewinnmitnahmen vom Vortag glich der Branchenindex mit einem Anstieg um 1,3 Prozent fast wieder aus.
Auffällig stark erholten sich die Titel des Mobilfunk-Wiederverkäufers Freenet um 5 Prozent von einem Kursrutsch am Vortag, der mit einem enttäuschenden Quartalsbericht begründet worden war. Die Aktien der Deutschen Telekom gehörten im Dax mit plus 2,3 Prozent zur Spitzengruppe. Aus Sorge um die 1&1-Kooperation verloren die Vodafone-Titel in London aber 2 Prozent an Wert./tih/ajx/jha/