BERLIN (dpa-AFX) - Die Krankenkassen warnen vor pauschalen Anhebungen der Vergütungen für die Apotheken. "Bei der derzeitigen Situation der gesetzlichen Krankenversicherung wäre es gar nicht darstellbar und nicht zielführend, das Geld der Beitragszahlenden mit der Gießkanne über alle Apotheken im Land zu verteilen", sagte die stellvertretende Chefin des Spitzenverbands, Stefanie Stoff-Ahnis. Damit die Menschen in der Stadt und auf dem Land auch künftig gleichermaßen gut versorgt seien, brauche es eine differenzierte Vergütung.
Von einer pauschalen Erhöhung pro Packung würden besonders Apotheken in Ballungsräumen profitieren, die ohnehin wirtschaftlich stark seien, erläuterte Stoff-Ahnis. "Es macht einen großen Unterschied, ob täglich mehrere hundert Menschen in einer Apotheke im Hamburger Hauptbahnhof oder nur ein Bruchteil davon in der Apotheke in der Uckermark ihr Rezept einlösen." In den Blick müssten vor allem strukturschwache Regionen. Daher müsse es möglich sein, den Fix-Bestandteil des Honorars für starke Apotheken auch abzusenken.
Apotheken planen Protesttag
Die Apotheken fordern seit längerem eine Honoraranhebung und wollen dafür am 23. März bei einem bundesweiten Protesttag Druck machen. Hintergrund ist, dass Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) eine im Koalitionsvertrag von Union und SPD angekündigte Anhebung vorerst nicht umsetzen kann - wegen erwarteter Mehrkosten von jährlich einer Milliarde Euro. Konkret geht es darum, einen lange nicht erhöhten Fix-Bestandteil der Vergütung von 8,35 Euro pro Medikamentenpackung einmalig auf 9,50 Euro anzuheben.
Der Kassen-Spitzenverband wies darauf hin, dass die Vergütung der Apotheken laufend ansteige, da ein Teil davon an den Medikamentenpreisen hänge. "Trotz der Konkurrenz durch die Versandapotheken arbeiten so viele Menschen wie noch nie in den Apotheken", sagte Stoff-Ahnis. Auch deren Umsatz steige allein wegen steigender Arzneimittelausgaben der gesetzlichen Kassen Jahr für Jahr./sam/DP/jha