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ROUNDUP: Alzchem blickt vorsichtig ins Jahr - Aktie unter Druck

ROUNDUP: Alzchem blickt vorsichtig ins Jahr - Aktie unter Druck

27.2.2026 09:29:41 | Quelle: dpa | Lesedauer etwa 2 min.

TROSTBERG (dpa-AFX) - Der Spezialchemie-Konzern Alzchem hat im vergangenen Jahr wegen schwacher Nachfrage aus der Stahlindustrie etwas weniger umgesetzt als geplant. Der Erlös stieg insgesamt um zwei Prozent auf 562,1 Millionen Euro, wie das im SDax notierte Unternehmen am Freitag in Trostberg mitteilte. Laut Prognose hätten es eigentlich rund 580 Millionen Euro sein sollen. Analysten hatten zwar damit gerechnet, dass Alzchem das Ziel verfehlt, aber nicht in diesem Ausmaß. Auch beim Ausblick gab sich das Management vorsichtig. Der Aktienkurs legte nach schwächerem Start zu.

Das Papier gewann am Vormittag 0,4 Prozent auf 157,20 Euro, womit es seit Jahresbeginn gerechnet weiter leicht in der Gewinnzone liegt. Mit dem Ergebnis im vierten Quartal habe Alzchem besser abgeschnitten als gedacht, schrieb Jefferies-Analyst Constantin Hesse. Bei der etwas unter den Schätzungen liegenden Umsatzprognose verwies der Experte auf die gewöhnlich vorsichtige Zielsetzung des Managements. Die mögliche Ankündigung eines neuen Standorts in den USA bleibe ein wichtiger Treiber für den Aktienkurs.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen zog vergangenes Jahr um elf Prozent auf 116,5 Millionen Euro an - etwas mehr als selbst mit 113 Millionen in Aussicht gestellt und als von Experten erwartet.

In diesem Jahr peilt Alzchem rund 600 Millionen Euro Umsatz an bei einem Ergebnisplus auf 126 Millionen Euro. Analysten hatten beim Erlös bisher etwas mehr auf dem Zettel, beim Ergebnis erfüllte Alzchem die Erwartungen.

Der Gewinn unterm Strich wuchs 2025 von 54,2 Millionen Euro ein Jahr zuvor auf 63,6 Millionen Euro. Die Dividende soll um 30 Cent auf 2,10 Euro steigen.

Alzchem profitiert schon länger von einem guten Lauf bei Spezialchemikalien. Unter anderem stellt das Unternehmen Kreatin her, das insbesondere in Nahrungsergänzungsmitteln für Leistungs- und Freizeitsportler zum Einsatz kommt. Hier baut Alzchem die Kapazitäten aus und will damit vom Boom der Mittelchen profitieren.

Daneben produziert Alzchem den Sprengstoff Nitroguanidin unter anderem für die Rüstungsindustrie. Hier weitet der Konzern die Produktion von Guanidinnitrat und Nitroguanidin in Deutschland aus, im zweiten Halbjahr soll eine weitere Fabrik an den Start gehen. In den USA ist das Unternehmen noch auf der Suche nach einem Standort.

Im Bereich mit Standardchemikalien ist das Geschäft aber schwieriger. Die Stahlindustrie in Europa schwächelt und hält sich bei der Nachfrage nach Calciumcarbid für die Metallentschwefelung zurück. Auch die Nachfrage aus der Autoindustrie etwa nach Guanidin als Treibladung in Auto-Airbags ist verhalten./men/mne/mis