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ROUNDUP 2: Iran-Krieg weitet sich aus - Angriffe auch im Libanon

ROUNDUP 2: Iran-Krieg weitet sich aus - Angriffe auch im Libanon

2.3.2026 14:20:43 | Quelle: dpa | Lesedauer etwa 4 min.

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TEHERAN/TEL AVIV/WASHINGTON (dpa-AFX) - Die Sorge vor einem Flächenbrand im Nahen Osten wächst. Die USA und Israel greifen weiter Ziele im Iran an, Teheran antwortet mit Gegenschlägen auf Israel und andere Länder. Der Krieg hat inzwischen nicht nur die Golfstaaten, sondern auch den Libanon erfasst. Von dort schoss die mit Teheran verbündete Hisbollah-Miliz Raketen auf das Nachbarland Israel ab - als Vergeltung für die Tötung des iranischen Staatsoberhaupts Ajatollah Ali Chamenei. Israel reagierte mit Gegenangriffen.

Zahlreiche Todesopfer und neue Angriffswelle

In dem Krieg sind bereits zahlreiche Menschen getötet worden. Im Iran kamen nach Angaben des Roten Halbmonds mindestens 555 Menschen bei den Bombardements ums Leben. Bei den israelischen Angriffen im Libanon wurden nach örtlichen Angaben Dutzende Menschen getötet und mehr als hundert verletzt. Der israelische Rettungsdienst meldete 15 Verletzte bei einem Raketeneinschlag in Beerscheva. Das US-Militär gab bekannt, dass die Zahl der getöteten US-Soldaten bei dem Militäreinsatz gegen den Iran auf vier gestiegen sei.

In den Mittagsstunden startete die israelische Luftwaffe einen neuen Angriff auf Ziele im Zentrum der iranischen Hauptstadt Teheran. Augenzeugen in Teheran bestätigten schwere Bombardierungen in der Stadtmitte. Sie sollen sich in der Nähe des Parlaments ereignet haben. Auch im Norden der Millionenmetropole mit ihren rund 15 Millionen Einwohnern wurden Raketeneinschläge beobachtet.

Seit Samstag greifen Israel und die USA Hunderte Ziele im Iran an. Dazu zählen nach ihren Angaben militärische Infrastruktur wie Raketenabschussrampen, Anlagen des umstrittenen Atomprogramms, Hauptquartiere der Militärführung sowie Vertreter der politischen Führung. Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei wurde am Samstag getötet. Israel und die USA begründen den Krieg mit der Bedrohung durch Irans Raketen- und Atomprogramm. Irans Streitkräfte haben als Reaktion auf den Krieg Ziele in mehreren Ländern der Region angegriffen.

Israel will Machtwechsel in Teheran

Der Militäreinsatz soll US-Verteidigungsminister Pete Hegseth zufolge nicht zu einem Machtwechsel in Teheran führen. "Dies ist kein sogenannter "Regimewechselkrieg", aber das Regime hat sich tatsächlich geändert, und die Welt ist dadurch besser dran", sagte er in Washington.

Ebenso wie die USA setzt auch Israel auf einen Umsturz im Iran durch die Bevölkerung. Es sei das angestrebte Ergebnis, "dass das iranische Volk in der Lage sein wird, dieses Regime für sich selbst zu beseitigen, und damit auch für uns, für die gesamte Region und für die ganze Welt", sagte der israelische Verteidigungsminister Israel Katz nach Angaben seines Büros. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte Bevölkerung im Iran zuvor zum Sturz der politischen Führung aufgerufen.

Nach Einschätzung der Iran-Expertin Eva Orthmann ist ein Wandel jedoch nicht einfach. Nach dem Tod Chameneis werde eine Reihe anderer Personen und Gruppierungen versuchen, ihre Privilegien und Machtanteile zu sichern und auszuweiten, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Die Aufforderung an die Bevölkerung, sich unter den aktuellen Bedingungen des Krieges zu erheben, erscheine zynisch.

Golfstaaten unter Beschuss - Kampfjets stürzen ab

Die Golfstaaten werden immer weiter in den Konflikt hineingezogen. In Kuwait stürzten mehrere US-Militärflugzeuge durch sogenanntes "friendly fire" ab - die Besatzung überlebte. Das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando des US-Militärs (Centcom) teilte mit, die kuwaitische Luftverteidigung habe die Jets versehentlich abgeschossen.

In Bahrain stürzten Trümmer einer von der Luftabwehr abgefangenen Rakete auf ein Schiff und löste ein Feuer aus. Dabei kam nach Angaben des Innenministeriums ein aus Asien stammender Arbeiter ums Leben. Die US-Botschaft in Bahrain rief ihre Bürger dazu auf, Hotels in Manama zu meiden. Diese könnten Ziele von Angriffen werden.

Drohenalarm auf EU-Inselstaat Zypern

Mehrere arabische Staaten, darunter die Vereinigten Arabischen Emirate, bestellten aus Protest gegen die Angriffe den jeweiligen iranischen Botschafter ein. Frankreich sagte den Golfstaaten Unterstützung zu. Man sei bereit, sich an ihrer Verteidigung zu beteiligen, sagte Außenminister Jean-Noël Barrot in Paris.

Auch auf dem EU-Inselstaat Zypern steigt die Anspannung. In der Nacht zum Montag kam es zu einem Drohnenangriff auf den britischen Stützpunkt Akrotiri in der Nähe der Hafenstadt Limassol. Zu möglichen Hintergründen lagen zunächst keine gesicherten Erkenntnisse vor. Die Drohne war vom Typ "Shahed", wie der zyprische Präsident Nikos Christodoulidis mitteilte. Diese Drohnen werden hauptsächlich im Iran produziert.

Später wehrte der Stützpunkt zwei unbemannte Flugobjekte ungeklärter Herkunft ab, wie der zyprische Regierungssprecher Konstantinos Letybiotis mitteilte. Griechenland kündigte an, zwei Fregatten sowie zwei F-16-Kampfflugzeuge nach Zypern zu verlegen.

Israel beginnt weitere Angriffswelle im Libanon

Das israelische Militär bombardierte nach eigenen Angaben erneut Stellungen der mit dem Iran verbündeten Hisbollah-Miliz. Dazu gehörten Waffenlager sowie weitere Infrastruktur der Schiiten-Miliz in mehreren Gebieten des nördlichen Nachbarlandes sowie Ziele in den als Dahija bekannten Vororten der Hauptstadt Beirut an. Nach Armeeangaben ist dabei ein hochrangiges Hisbollah-Mitglied getroffen worden. Die Hisbollah bestätigte das zunächst nicht./arb/DP/nas