DÜSSELDORF (dpa-AFX) - "Handelsblatt" zu Friedrich Merz/Iran:
"Der Kanzler weiß um seinen bevorstehenden Drahtseilakt. Und so gab er sich bereits im Vorfeld seiner Washington-Reise redlich Mühe, den Kriegsherrn im Weißen Haus milde zu stimmen. Merz zeigte auffälliges Verständnis für die Angriffe gegen den Iran, er verwies vor allem auf die Verbrechen des iranischen Regimes (.) und versuchte (.), sich einer völkerrechtlichen Bewertung des Angriffs zu entziehen. Allein das ist alles andere als trivial. Denn dem Völkerrecht droht bekanntlich die Marginalisierung nicht durch den Bruch an sich, sondern vielmehr durch eine gleichgültige Haltung und ausbleibende Konsequenzen im Angesicht des Verstoßes. Es sei jetzt "nicht der Moment, unsere Partner und Verbündeten zu belehren", sagt der Kanzler. Das allerdings ist nichts Geringeres als ein völkerrechtlicher Offenbarungseid, und mögen die Spindoktoren im Kanzleramt das noch so sehr als pragmatische Realpolitik verkaufen wollen."/DP/jha