FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Bund kann erneut nicht auf einen Bundesbank-Gewinn hoffen: Nach dem ersten Verlust seit 1979 hatte Bundesbankpräsident Joachim Nagel bei der Bilanzvorlage vor einem Jahr auch für die nächsten Jahre auf Verluste der Notenbank eingestimmt. Sicher ist bereits: Eine Gewinnausschüttung der Europäischen Zentralbank (EZB) an die Bundesbank fällt erneut aus, weil die EZB auch 2025 Verlust gemacht hat. Die Bundesbank veröffentlicht an diesem Donnerstag (11.00 Uhr) ihr Zahlenwerk für 2025.
Im Jahr 2023 war die Bundesbank noch geradeso an einem Verlust vorbeigeschrammt - allerdings nur deshalb, weil sie auf milliardenschwere Rücklagen zurückgreifen konnte. Die verbliebenen Rückstellungen reichten dann nicht mehr aus, um weitere Belastungen der rasanten Zinswende abzufedern. Die Folge: 2024 stand unter dem Strich ein Minus von rund 19,2 Milliarden Euro und damit der höchste Verlust in der Bundesbank-Geschichte.
Auf Jahre hinaus kein Bundesbank-Gewinn für den Bund
Der Bilanzverlust, in dem sich die Belastungen aufaddieren, werde noch einige Jahre zunehmen, hatte Nagel gesagt: "Gewinn-Ausschüttungen an den Bund stehen daher auf längere Sicht nicht im Raum."
Hauptziel von Notenbanken ist es nicht, Gewinne zu erzielen. Die EZB und mit ihr die nationalen Zentralbanken im Eurosystem sollen vor allem für stabile Preise und somit eine stabile Währung im Euroraum sorgen.
Jahrelang plante das Bundesfinanzministerium im Bundeshaushalt einen Bundesbank-Gewinn von 2,5 Milliarden Euro ein. 2019 durfte sich Olaf Scholz (SPD) als damaliger Ressortchef über die höchste Summe seit der Finanzkrise freuen: 5,85 Milliarden Euro. Es war der bislang letzte Geldsegen aus Frankfurt./ben/DP/jha