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Aktien Frankfurt: Hoffung auf Kriegsende bringt Erholung in Schwung

Aktien Frankfurt: Hoffung auf Kriegsende bringt Erholung in Schwung

10.3.2026 11:08:53 | Quelle: dpa | Lesedauer etwa 3 min.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Hoffnung auf ein absehbares Ende des Iran-Krieges hat dem Dax am Dienstag viel Schwung gegeben. Aussagen von US-Präsident Donald Trump sorgten dafür, dass sich der Leitindex vom Tief seit Mai 2025 erholen konnte. Beim US-Sender CBS News wurde er mit Worten zitiert, die diese Hoffnung nährten. Der Krieg verlaufe demnach "weit vor dem Zeitplan".

Der Dax bewegte sich im Fahrwasser deutlich gestiegener Asien-Börsen, freundlicher US-Indikationen und gesunkener Ölpreise. Gegen Mittag legte der Leitindex 2,5 Prozent auf 23.989 Punkte zu. Zeitweise schaffte er es sogar zurück über die 24.000-Punkte-Marke. Für den MDax ging es um 3,2 Prozent auf 29.796 Zähler nach oben. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx gewann 2,6 Prozent an Wert.

Der Schock, den am Vortag im frühen Handel die erneut hochspringenden Öl- und Erdgaspreise ausgelöst hatten, wirkt damit erst einmal verdaut. Vom Vortagstief bei 22.927 Punkten hat der Dax nun wieder mehr als 1.000 Punkte zugelegt. "Wenn geopolitische Risiken plötzlich geringer erscheinen, kehrt an den Märkten oft sehr schnell Risikobereitschaft zurück", schrieb der Marktbeobachter Timo Emden.

Wie sich der Iran-Konflikt weiterentwickelt, bleibt nach Einschätzung der Experten von Oddo BHF jedoch offen. Laurent Denize von der Investmentbank betont aber, dass die historische Erfahrung dafür spreche, dass der Einfluss militärischer Auseinandersetzungen auf die Aktienmärkte oft nur von begrenzter Dauer sei. Wie nun im Ansatz geschehen, sollten langfristig orientierte Anleger die Chancen nutzen, die sich aus volatilen Marktbewegungen ergeben.

Die positive Wendung zeigte sich in der Breite in vielen Industriezweigen, die zuletzt unter Inflations- und Konjunktursorgen gelitten hatten. Dazu zählten zum Beispiel Banken. Die am stärksten erholten Dax-Werte waren jedoch die Aktien von Infineon mit fast sieben Prozent Plus. Im MDax gehörte die Spitze den ebenfalls sieben Prozent höheren Titeln der Lufthansa , die zuletzt stark unter der Sorge vor hohen Treibstoffpreisen gelitten hatten.

Deutlich war das Plus auch bei vielen Autowerten, wozu nach den vorgelegten Jahreszahlen auch Volkswagen mit einem dreiprozentigen Anstieg gehörte. JPMorgan-Experte Jose Asumendi lobte ein starkes Schlussquartal des Autobauers, das einhergehe mit einem hohen Free Cashflow und einem über den Erwartungen liegenden Dividendenvorschlag.

Bei Hugo Boss ließ die Kursreaktion etwas nach, indem die Aktien zuletzt mit drei Prozent im Plus lagen. Am Vortag hatten sich die Anleger schon schwer damit getan, Aussagen zur Ausschüttungspolitik des Modekonzerns einzuordnen. Mit Rückenwind von den Jahreszahlen, die über den Analystenprognosen lagen, hatten die Aktien am Dienstag schon bis zu 7,6 Prozent gewonnen.

Die auffälligste negative Erscheinung waren am deutschen Aktienmarkt die Evotec -Aktien, die um 14 Prozent absackten. Der Wirkstoffforscher stellte einen Umbauprozess unter dem Decknamen "Horizon" vor mit dem Ziel der Kostensenkung. Negativ an kam aber vor allem der Ausblick auf das laufende Jahr, den Analyst Charles Weston von RBC als Enttäuschung wertete.

Zum größten SDax-Gewinner mauserten sich zuletzt die Aktien von Dermapharm . Nach der Mitteilung, dass der Arzneimittelhersteller in größerem Stil eigene Aktien zurückkaufen will, ging es für den Kurs um fast neun Prozent nach oben. Dies überlagerte maue Eckdaten zum vergangenen Jahr./tih/stk