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ROUNDUP 2: Iran-Krieg lässt Sorge um Energiesicherheit wachsen

ROUNDUP 2: Iran-Krieg lässt Sorge um Energiesicherheit wachsen

11.3.2026 05:35:15 | Quelle: dpa | Lesedauer etwa 5 min.

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WASHINGTON/TEHERAN (dpa-AFX) - Berichte über angeblich vom Iran in der Straße von Hormus verlegte Seeminen befeuern die Sorge um die Sicherheit der internationalen Energieversorgung. US-Präsident Donald Trump drohte dem iranischen Machtapparat mit Vergeltung, sollte die für den Öltransport ausgesprochen wichtige Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman vermint werden. Am Mittwoch wollen die Staats- und Regierungschefs der G7-Länder über die steigenden Energiepreise beraten. Im Gespräch ist unter anderem eine Freigabe nationaler Ölreserven, um den Energiemarkt zu stabilisieren.

Die etwa 55 Kilometer breite Straße von Hormus liegt zwischen dem Iran und dem Oman und gilt als eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den weltweiten Ölexport. Experten gingen bereits vor Kriegsbeginn davon aus, dass Irans Seestreitkräfte die Straße blockieren oder verminen könnten.

US-Militär zerstört iranische Minenleger

"Sollten aus irgendeinem Grund Minen ausgelegt worden sein und diese nicht unverzüglich entfernt werden, wird dies für den Iran militärische Konsequenzen in einem bisher nie dagewesenen Ausmaß haben", drohte Trump über seine Plattform Truth Social. Das US-Regionalkommando für den Nahen Osten (Centcom) teilte wenig später mit, die amerikanischen Streitkräfte hätten mehrere iranische Marineschiffe, darunter 16 Minenleger, in der Nähe der Straße von Hormus zerstört.

Laut CNN hatte der Iran in den vergangenen Tagen rund ein Dutzend Minen in der für die Schifffahrt wichtigen Meeresenge platziert. Der Sender stützt sich dabei auf Aussagen von ungenannten Informanten. Einer davon sagte demnach, der Iran verfüge noch immer über das Gros seiner kleinen Boote und Minenleger - und könne Hunderte von Minen in der Wasserstraße verlegen.

Trump bietet Eskorten durch die Straße von Hormus an

Seit Tagen versucht die US-Regierung, die infolge des Kriegs in Turbulenzen geratenen globalen Märkte und Börsen zu beruhigen. Dazu zählt auch das Angebot, die USA könnten bei Bedarf Tanker von der Marine durch die Straße von Hormus eskortieren lassen. Bis Dienstagmittag gab es laut Regierungssprecherin Karoline Leavitt aber noch keine solche Eskorte.

Trump hatte betont, dass die Vereinigten Staaten von einer Blockade der Straße von Hormus nicht so stark betroffen seien, weil sie selbst über enorme Gas- und Ölvorkommen verfügten. Das Angebot der Eskorte richte sich vielmehr an andere Länder, er nannte explizit China. Die Volksrepublik importiert viel Öl aus dem Iran, während die USA und Europa über die Straße von Hormus vergleichsweise wenig Öl aus den Staaten am Persischen Golf beziehen.

In einigen Wochen will Trump Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping besuchen. Wer will, kann seine Äußerungen also als versöhnliche Geste angesichts der gespannten Beziehungen zwischen Washington und Peking betrachten.

Netanjahu ruft Iraner zum Sturz der Führung auf

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu rief das iranische Volk unterdessen dazu auf, sich gegen die eigene Regierung aufzulehnen. Israel und die USA führten "einen historischen Krieg für die Freiheit", der den Iranern eine große Chance biete, hieß es in einem offenen Brief. "Dies ist eine einmalige Gelegenheit für euch, das Regime der Ajatollahs zu stürzen und eure Freiheit zu erlangen." Das iranische Volk habe um Hilfe gebeten, "und die Hilfe ist angekommen".

Auch Trump hat schon mehrfach an die Iraner appelliert, die amerikanisch-israelischen Angriffe als Chance zu nutzen, um die Führung in Teheran zu stürzen.

Irans Polizeichef: Betrachten Demonstranten als Feinde

Der oberste Polizeichef im Iran warnte Regierungsgegner indes mit drastischen Worten vor Protesten. "Wer auf Aufforderung des Feindes auf die Straßen geht, den sehen wir nicht länger als Demonstranten an. Den sehen wir als Feind an und werden ihn wie einen Feind behandeln", drohte Ahmed-Resa Radan im staatlichen Fernsehen. "Alle unsere Männer haben ihren Finger am Abzug."

Anfang des Jahres hatten Einsatzkräfte des iranischen Machtapparats Proteste in verschiedenen Städten des Landes brutal niedergeschlagen. In den Nächten des 8. und 9. Januar töteten sie fast 6.500 Demonstranten, wie Nachforschungen des Menschenrechtsnetzwerks HRANA mit Sitz in den USA ergaben. Mehr als 50.000 Menschen wurden demnach festgenommen.

Israels Militär greift Hisbollah-Stellungen im Libanon an

Neben dem Iran haben die Israelis auch die mit ihm verbündete Schiitenmiliz Hisbollah im Visier. Erneut griffen die Streitkräfte des jüdischen Staats Stellungen der Islamisten im Libanon an. Ziel der Attacken sei Infrastruktur der Hisbollah in den als Dahija bekannten Vororten im Süden der Hauptstadt Beirut, teilte das Militär mit. Der Bezirk gilt als Hochburg der Miliz. Am Mittwoch wollte auch der UN-Sicherheitsrat in einer Dringlichkeitssitzung über die Lage im Libanon beraten.

Als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ajatollah Ali Chamenei hatte die Hisbollah nach einer längeren Kampfpause vor gut einer Woche wieder damit begonnen, Raketen auf Israel abzufeuern. Seitdem greift das israelische Militär auch wieder Ziele im Libanon in größerem Umfang an. Nach offiziellen Angaben aus Beirut wurden durch die Gewalteskalation bisher nahezu 760.000 Menschen im Libanon vertrieben.

Iran greift Israel und Golfstaaten mit Raketen und Drohnen an

Die iranischen Streitkräfte griffen Israel und die Golfstaaten ihrerseits wieder mit Raketen und Drohnen an. In Israel seien die Raketen entweder abgefangen worden oder in unbewohnten Gebieten eingeschlagen, berichtete die Zeitung "The Times of Israel". Die den iranischen Revolutionsgarden nahestehende Nachrichtenagentur Tasnim sprach von der heftigsten Angriffswelle seit Beginn des Krieges.

Anders als beim Zwölftagekrieg im Sommer 2025 sind andere arabische Staaten in der Region diesmal stärker in den Konflikt involviert und auch selbst zur Zielscheibe iranischer Angriffe geworden. Das saudi-arabische Verteidigungsministerium teilte mit, in verschiedenen Regionen des Landes seien sieben ballistische Raketen und sieben Drohnen abgefangen worden. In Kuwait wurden nach Angaben des Verteidigungsministeriums vier Drohnen abgefangen, eine weitere stürzte demnach in offenem Gelände ab. Auch in Bahrain wurde Luftalarm ausgelöst./dde/DP/zb