PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Die europäischen Aktienmärkte haben am Donnerstag ihre jüngsten Verluste ausgeweitet und damit auf den erneut gestiegenen Ölpreis reagiert. Anleger scheuten insofern weiter Risiken. Die Nachrichtenlage mahnte einmal mehr zur Vorsicht, denn zum einen wurden in irakischem Gewässer zwei Öltanker angegriffen, und zum anderen verunsicherten Aussagen von Irans neuem Religionsführer und Staatsoberhaupt. Modschtaba Chamenei forderte Rache für die Opfer im Krieg gegen die USA und Israel. Auch müsse "weiterhin der Hebel der Blockierung der Straße von Hormus genutzt werden". Sie ist ein Nadelöhr der globalen Energieversorgung.
Vor diesem Hintergrund kostete ein Fass der Nordsee-Ölsorte Brent zuletzt wieder knapp unter 100 US-Dollar. Dies schürte Inflationssorgen, und aktuell ist wegen der Preisrisiken ungewiss, ob die US-Notenbank Fed überhaupt - wie eigentlich von den Anlegern erhofft - in diesem Jahr die Leitzinsen senken kann.
Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 0,79 Prozent auf 5.748,89 Punkte. Außerhalb der Eurozone gab der britische Leitindex FTSE 100 um 0,47 Prozent auf 10.305,15 Punkte nach. Der Schweizer SMI büßte 0,90 Prozent auf 12.842,16 Zähler ein./la/mis