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Deutsche Börse-News: "Mehr Rohstoffe als üblich" Zertifikate-Handel

Deutsche Börse-News: "Mehr Rohstoffe als üblich" Zertifikate-Handel

13.3.2026 11:59:39 | Quelle: dpa | Lesedauer etwa 4 min.

FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Der rasante ?-lpreisanstieg sorgt für lebhaften Handel mit ?-l-Zertifikaten. Nicht mehr ganz so viel wird auf Silber und Gold gesetzt. Und bei den Einzelwerten geht es einmal nicht nur um Nvidia, Apple und Co.

13. März 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Seit Ausbruch des Irak-Kriegs vor knapp zwei Wochen ist im Zertifikatehandel extrem viel los. "Der anhaltende Konflikt im Nahen Osten wirkt sich spürbar auf die Rohstoffmärkte aus - insbesondere auf die Energiemärkte", stellt Peter Bösenberg von der Société Générale fest. Die Preise für Brent- und WTI-?-l stiegen zwischenzeitlich auf das höchste Niveau seit der Energiekrise vor vier Jahren. Nach einer kurzen Entspannung lag der ?-lpreis am Donnerstagmorgen zeitweise wieder über 100 US-Dollar für das Barrel Brent - trotz Freigabe von strategischen ?-lreserven in Rekordmengen. Auch an den Aktienmärkten sind die Ausschläge groß.

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"Volatile Märkte mit hohen Umsätzen prägen das Bild", berichtet Simon Görich von der Baader Bank aus dem Zertifikatehandel. "Nach den Quartalszahlen gegen Mitte Februar war es deutlich ruhiger geworden, mit dem Iran-Krieg kam es dann zu einer kräftigen Belebung", berichtet Julius Weiß vom Emtittenten HSCB.

Viele Hebelprodukte auf ?-l

Produkte auf DAX, Gold, Rüstungsaktien und ?-l belegten bei der Baader Bank die vorderen Plätze. "Auf der Liste mit den Umsatzspitzenreitern finden sich mehr Rohstoffe als üblich", stellt Markus Königer von der ICF Bank fest. Außerdem falle auf, dass US-Tech-Aktien diesmal nicht so weit oben stehen. Meistgehandelte Basiswerte bei der ICF waren DAX, Nasdaq, Dow Jones, Gold, ?-l, Siemens Energy, Silber, Rheinmetall, Euro Stoxx und SAP. Bei HSBC sieht es ähnlich aus.

Extrem gut an kommen Produkte auf ?-l - vor allem Hebelprodukte. Beliebt sind bei der ICF-Kundschaft Open-End-Knock-Out-Calls auf Brent Crude (DE000PK6ZF91, DE000DU70317) und Call-Optionsscheine auf WTI (DE000DJ99AD6, DE000DJ99AC8). Bei HSBC viel gehandelt wird ein Open-End-Knock-Out-Call auf Brent Crude mit Basispreis von 79,88 US-Dollar und Hebel von rund 7,8, wie Weiß erklärt.

Edelmetalle: Setzen auf steigende Preise

Etwas ruhiger geworden ist es um Gold und Silber, wie Görich von der Baader Bank feststellt. Die Preise tendieren nach den neuen Allzeithochs Ende Januar seit einigen Wochen seitwärts auf hohem Niveau. Doch offenbar rechnen viele mit wieder steigenden Preisen und positionieren sich entsprechend. Bei der ICF wird viel auf einen Silberpreis-Tracker der DZ Bank (DE000DZ0B773) gesetzt, außerdem auf Open-End-Knock-Out-Calls auf Silber (DE000DU49XX8) oder Gold (DE000PJ2RVY7).

Rüstungsaktien weiter Schwerpunkt

Was Aktienindizes wie DAX, Dow Jones oder S&P 500 angeht, dreht sich viel um Hebelprodukte, mal bullish, mal bearish. Durch die hohen Ausschläge haben viele umsatzstarke Open-End-Knock-Outs der vergangenen Wochen allerdings die Knock-Out-Schwelle erreicht. Weiter viel gehandelt wird bei der ICF ein Open-End X-Turbo Put auf den DAX (DE000DY814S4) sowie ein Put-Optionsschein (DE000PL7WBX6).

Rheinmetall, Nvidia, Renk, ThyssenKrupp, Bayer, Allianz oder Siemens - diese Unternehmen ziehen im Moment viel Aufmerksamkeit auf sich. Weiß zufolge wird viel auf ein Bonus-Cap-Zertifikat auf Renk gesetzt, mit Cap von 78 Euro, Barriere bei 38 Euro und maximaler Rendite von 33 Prozent. Zudem gehört eine Aktienanleihe auf TUI zu den Top-Werten. Der Basispreis liegt bei 7 Euro, der Zinssatz bei 10 Prozent. "Die maximale Rendite beträgt aktuell 20,7 Prozent", erläutert er. Wie in den Vormonaten ist auch Rheinmetall im Fokus: Gefragt sind laut ICF Discount-Zertifikate auf den Rüstungskonzern, beispielsweise mit Cap von 1.520 Euro (DE000PL9G0H9) oder 1.450 Euro (DE000DY51LD3). Aktuell wird Rheinmetall zu 1.564 Euro gehandelt.

KI-Story Siemens Energy

Im Bereich der Hebelprodukte auf Einzelaktien sticht ICF-Händler Königer zufolge Energietechnikanbieter Siemens Energy (DE000ENER6Y0) heraus. Ein Call-Optionsschein (DE000HT2UQ79) sei sogar das meistgehandelte Produkt überhaupt. "Das Unternehmen profitiert vom Bau der vielen KI-Rechenzentren", erklärt er. Der Aktienkurs hat sich in den vergangenen zwei Jahren verzehnfacht. Sehr beliebt sei auch in ein Call-Optionsschein auf Taiwan Semiconductor (DE000HT8UME7), ebenfalls ein Profiteur des KI-Booms.

Von Anna-Maria Borse, 12. März 2026, © Deutsche Börse AG

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)