KÖLN (dpa-AFX) - Beim Autobauer Ford in Köln drohen keine betriebsbedingten Kündigungen mehr. Es hätten sich mittlerweile rund 2.100 Beschäftigte bereiterklärt, das Unternehmen freiwillig zu verlassen, sagte der IG-Metall-Sprecher bei Ford Köln, David Lüdtke, der dpa in Köln. Weitere 800 Arbeitsplätze werden verlagert - sie sind in Unternehmensteilen, die an Investoren abgegeben werden sollen, etwa der Werkzeugbau und der Druckguss. Hierzu läuft die Investorensuche planmäßig bis zum Sommer.
Der Personalbestand von Ford Köln schrumpft damit im Rahmen eines Sparprogramms, auf das sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer im vergangenen Sommer verständigt hatten, um 2.900 Arbeitsplätze. Damit sei das Ziel des Programms eingehalten worden, so Lüdtke. "Wir sind froh, dass sich genug Menschen freiwillig gefunden haben und härtere Maßnahmen nicht nötig sind." Zuvor hatte die "Kölnische Rundschau" berichtet.
Zusätzlich zu dem Sparprogramm hatte Ford kurzfristig noch knapp 1.000 Jobs in der Produktion gestrichen, weil dort zum Jahresbeginn von einem Zwei-Schicht- auf einen Ein-Schicht-Betrieb umgestellt wurde. Grund war die maue Nachfrage nach Elektroautos. Auch dieses Vorhaben wurde umgesetzt.
Schlankere Firma will zurück in Gewinnzone
Der Sparkurs war kein Selbstläufer - lange Zeit war ungewiss, ob sich ausreichend Beschäftigte finden, die freiwillig gehen und dafür Abfindungen und andere finanzielle Hilfen bekommen. Wäre die Vorgabe nicht eingehalten worden, wäre der Druck in einer zweiten Phase des Jobbaus erhöht worden. Hätte selbst das nicht gereicht, hätte der Arbeitgeber betriebsbedingt kündigen können. Mit dem Erreichen der Sparvorgaben verflüchtigt sich nun aber das Schreckgespenst solcher Entlassungen.
Durch den Jobabbau sinkt die Beschäftigtenzahl bei Ford Köln auf unter 9.000. Derzeit sind es etwa 10.500. Einige Beschäftigte, die die Abfindungen angenommen haben, haben das Unternehmen verlassen, andere haben Aufhebungsverträge unterschrieben, die erst Ende 2027 greifen.
Ford Köln schrumpft seit langem, 2019 waren es noch 18.000 Beschäftigte gewesen. Ford hat seine Kölner Produktion mit einer milliardenschweren Investition für die Herstellung von Elektroautos umgebaut und modernisiert. Doch der Verkauf der Stromer liegt unter den Erwartungen, das Geschäft von Ford Deutschland ist defizitär. Durch den Personalabbau und den damit verbundenen Kostensenkungen möchte das Unternehmen zurück in die Gewinnzone./wdw/DP/men