ATHEN (dpa-AFX) - Angesichts stark gestiegener Energiepreise als Folge des Krieges im Nahen Osten hat der konservative griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis ein Maßnahmenpaket zur Entlastung von Haushalten und Unternehmen angekündigt. Das Gesamtprogramm hat ein Volumen von rund 300 Millionen Euro und soll in den Monaten April und Mai gelten.
Unterstützung für den Tourismussektor
Im für das Land wichtigen Tourismussektor will die Regierung den Fährunternehmen unter die Arme greifen, die eine zentrale Rolle im Inselverkehr spielen. Es wird eine Ausgleichszahlung eingeführt, die nur dann gewährt wird, wenn Fährbetreiber die Kosten für Reisende auf dem Niveau des Vorjahres halten und so die touristische Attraktivität sichern, teilte Mitsotakis mit.
Entlastung bei Kraftstoffpreisen
Das Paket sieht zudem eine staatliche Beihilfe für Diesel im Vertriebsnetz vor, die einer Entlastung von rund 20 Cent pro Liter entspricht. Zudem wird eine digitale Tankkarte zur Unterstützung der Haushalte eingeführt, die bei einer monatlichen Nutzung von etwa 70 Litern auf dem Festland rund 50 Euro Entlastung im Monat bringt und etwa 60 Euro auf den Inseln. Die Kriterien für den Bezug der Karte sollen so ausgestaltet werden, dass etwa drei von vier Fahrzeughaltern davon profitieren. Für die Landwirtschaft sieht das Programm eine Entlastung bei den Düngemittelkosten vor: Der Staat übernimmt 15 Prozent der entsprechenden Ausgaben.
Seit Beginn des Krieges stiegen die Preise deutlich: Ein Liter Benzin kostete am 27. Februar 1,75 Euro, am 23. März kostete in Athen im Schnitt ein Liter Normalbenzin um die zwei Euro. Auf vielen Ägäis-Inseln überschritten die Preise deutlich die zwei Euro pro Liter, wie der griechische Rundfunk berichtete./tt/DP/nas