CAMPO GRANDE (dpa-AFX) - In Brasilien beginnt am Montag eine UN-Konferenz zum Schutz wandernder Tierarten. Bei dem einwöchigen Treffen kommen Vertreter von Regierungen, Wissenschaft, indigenen Gemeinschaften und Umweltorganisationen zusammen, um über internationale Maßnahmen gegen den Rückgang vieler Arten zu beraten. Die 15. Vertragsstaatenkonferenz (COP15) des Übereinkommens zur Erhaltung wandernder wildlebender Tierarten (CMS) findet erstmals in Brasilien statt und läuft bis zum 29. März in Campo Grande nahe dem Pantanal.
Im Mittelpunkt stehen unter anderem strengere Schutzregeln, neue Aktionspläne sowie internationale Kooperationen zum Schutz von Arten, die Ländergrenzen überschreiten.
Ein zentrales Thema ist die Aufnahme weiterer gefährdeter Arten in die Anhänge der Konvention. Insgesamt liegen 16 Vorschläge vor, unter anderem für mehrere Haiarten. "Haie gehören zu den am stärksten bedrohten wandernden Tierarten weltweit. Ohne entschlossene internationale Schutzmaßnahmen drohen weitere drastische Bestandsverluste", erklärte die Biologin Mona Schweizer von der Artenschutzorganisation Pro Wildlife.
Ein Bericht im Vorfeld der Konferenz zeigt die Dimension der Krise: Rund 49 Prozent der untersuchten Populationen wandernder Tierarten nehmen ab, etwa ein Viertel der Arten ist vom Aussterben bedroht. Besonders kritisch ist die Lage im Meer, wo viele Fischarten stark gefährdet sind.
Das Übereinkommen zur Erhaltung wandernder wildlebender Tierarten ist auch als Bonner Konvention bekannt und gilt als zentrales internationales Abkommen zum Schutz dieser Arten./ppz/DP/zb