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KORREKTUR/Aktien Frankfurt Ausblick: Dax leicht erholt - Schlüsselfaktor Ölpreis

KORREKTUR/Aktien Frankfurt Ausblick: Dax leicht erholt - Schlüsselfaktor Ölpreis

27.3.2026 09:55:51 | Quelle: dpa | Lesedauer etwa 4 min.

(Korrigiert wird im vorletzten Absatz Morgan Stanley zu Lanxess. Die US-Bank hat ihre ursprüngliche Angabe korrigiert. Die Einstufung für Lanxess bleibt auf "Overweight", es wurde nur das Kursziel auf 20 Euro gesenkt.)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Ein verlängertes Ultimatum der USA für den Iran dürfte dem Dax am Freitag einen leicht positiven Handelsstart bescheren. Dieser Aufschub durch US-Präsident Donald Trump um zehn Tage wirke nur auf den ersten Blick erleichternd, sagte Stephen Innes, Managing Partner bei SPI Asset Management. Doch Risiken mindere dies nicht, was an den Märkten spürbar bleiben dürfte.

Es fühlt sich laut Innes eher so an, "als wenn ein Händler eine Verlustposition in die Zukunft verschiebt". Der Ölpreis bleibe der Gradmesser. Und der hält sich - gemessen an der Nordseesorte Brent mit derzeit knapp 109 Dollar immer noch deutlich über der Marke von 100 US-Dollar. "Seine Weigerung, auf einem tieferen Niveau zu verharren, signalisiert ein anhaltendes Eskalationsrisiko hinter den Schlagzeilen."

Der X-Dax lässt rund eine Dreiviertelstunde vor dem Start ein Plus von 0,3 Prozent auf 22.677 Punkte für den deutschen Leitindex erwarten. Damit bliebe der Dax in der Handelsspanne vom Montag, als er im Tagesverlauf infolge widersprüchlicher Nachrichtenlage um spektakuläre 1.300 Punkte geschwankt war. Da hatte er zunächst mit etwas über 21.860 Punkten das bisherige Kriegstief erreicht, bevor er sich zeitweise sprunghaft in Richtung 23.200 Punkte erholte.

Der Ölpreis als derzeit wichtigste Orientierungsmarke für die Inflations- und Konjunktursorgen bewegt sich im bisherigen Wochenverlauf ebenfalls in seiner Handelsspanne vom Montag.

US-Präsident Donald Trump verlängerte das Ultimatum zur Freigabe der Straße von Hormus nun bis zum 6. April, 20.00 Uhr (US-Ostküstenzeit, 7. April 2.00 Uhr deutscher Zeit). Bis dahin sollen keine iranischen Kraftwerke angegriffen werden, wie er unter Verweis auf "sehr gute" Gespräche auf seiner Plattform Truth Social schrieb.

Die Nachrichtenlage bleibt dennoch widersprüchlich, denn der Iran hatte mehrfach solche von Trump erwähnte Gespräche dementiert, während Pakistan seine Vermittlerrolle bestätigte. Die Straße von Hormus, einer der weltweit wichtigsten Transportwege übers Meer für Energielieferungen, die von Iran faktisch geschlossen wurde, bleibt damit vorerst kaum passierbar.

Unternehmensseitig dürften hierzulande Umstufungen von Einzelwerten im Blick stehen sowie auch einige wenige Unternehmensnachrichten. So meldete der Ticketvermarkter und Veranstalter CTS Eventim am Vorabend ein starkes Geschäftsjahr 2025 und übertraf die Schätzungen von Analysten.

Obwohl das Unternehmen die Dividende kürzen will und auch der Ausblick einem Händler zufolge "etwas enttäuschend" ausgefallen ist, legte die im MDax notierte Aktie auf der Handelsplattform Tradegate im Vergleich zum Xetra-Schluss am Vortag zu. Ob die Kursgewinne tatsächlich verbucht werden und dann nachhaltig sind, daran zweifelt der Händler.

Jungheinrich-Anteile gaben vorbörslich dagegen nach. Der Gabelstapler-Hersteller steigerte 2025 trotz des schwachen wirtschaftlichen Umfelds den Auftragseingang und Umsatz, verdiente operativ aber wegen Sondereffekten deutlich weniger. Für das laufende Jahr zeigte sich das Management zuversichtlich.

Aktien des Konsumgüterkonzerns Beiersdorf reagierten vorbörslich mit Kursverlusten auf eine Umstufung durch die US-Investmentbank Goldman Sachs. Analyst Olivier Nicolai kappte das Kursziel der Aktie von 95 auf 90 Euro und stufte sie von "Buy" auf "Neutral" ab. Die Abhängigkeit von der Marke Nivea bremse das Wachstum, schrieb er. Der Massenmarkt für Schönheitspflege sei enorm schwierig.

Die US-Bank Morgan Stanley äußerte sich unterdessen zu Chemieaktien und hob unter anderem Evonik auf "Overweight". Um Lanxess gab es indes zunächst Verwirrung, denn die US-Bank korrigierte sich in ihrer Branchenstudie, nachdem sie zunächst geschrieben hatte, sie habe ihr Anlageurteil für diese Aktie gesenkt. Später folgte die Korrektur, dass nur das Kursziel für Lanxess gesenkt worden sei, und zwar von 26 auf 20 Euro, das Anlageurteil "Overweight" aber beibehalten wurde. Analyst Thomas Wrigglesworth passte seine Schätzungen dem erwarteten verbesserten Umfeld im zweiten und dritten Quartal an.

Preise und Absatzmengen aufgrund von Engpässen bei Rohstoffen aus dem Nahen Osten dürften sich ihm zufolge bis dahin voraussichtlich erholt haben. Evonik bauten auf Tradegate ihre Erholungsgewinne aus, während Lanxess ihre Erholungsrally der vergangenen Tage auf Tradegate deutlich korrigierten./ck/zb/stk