PEKING (dpa-AFX) - In China hat sich die Stimmung in den größeren Industriebetrieben trotz steigender Energiepreise infolge des Iran-Kriegs überraschend stark aufgehellt. Der staatlich ermittelte Einkaufsmanagerindex (PMI) für das produzierende Gewerbe legte im März im Vergleich zum Vormonat um 1,4 Punkte auf 50,4 Zähler zu, wie das Statistikamt am Dienstag in Peking mitteilte. Von Bloomberg befragte Experten hatten im Schnitt nur mit einem Anstieg auf 50,1 Punkte gerechnet.
Mit dem Anstieg im März liegt der Frühindikator erstmals in diesem Jahr über der sogenannten Expansionsschwelle von 50 Punkten, ab der man von einer Ausweitung der Aktivität in den Betrieben ausgeht.
Eine ähnliche Entwicklung zeigte sich auch bei den Dienstleistungen. Hier stieg der staatlich ermittelte Einkaufsmanagerindex, der die Stimmung in eher größeren und staatlichen Unternehmen abbildet, um 0,6 Punkte auf 50,1 Punkte und damit knapp über die Expansionsschwelle. Analysten hatten nur einen Anstieg auf 49,9 Punkte erwartet.
Nach Einschätzung des Analysten Henry Hao von der Commerzbank deuten die Umfragedaten auf ein Wachstum in der Industrie hin, das "von einer regen Lagerauffüllung und robusten Exporten angetrieben wird". Damit habe sich die Konjunktur der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt den geopolitischen Turbulenzen widersetzen können.
"Die Zahlen für März bestätigen unsere Einschätzung, dass der eskalierende Konflikt im Nahen Osten bislang nur begrenzte direkte Auswirkungen auf Chinas Wirtschaftsmotor hatte", sagte der Commerzbank-Experte. Das Land habe dank strategischer Ölreserven und durch eine zunehmende Nutzung erneuerbarer Energien die Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft abgefedert. Allerdings stelle die anhaltende Schwäche der Binnennachfrage weiter ein "erhebliches Risiko" für Chinas Wirtschaft dar./jkr/jsl/stw