STUTTGART (dpa-AFX) - Die "Stuttgarter Zeitung" zur Rolle von Friedrich Merz:
"Lars Klingbeil läutete mit einer Grundsatzrede die womöglich entscheidende Reformphase der Koalition ein und lud nun obendrein zu einem Kümmer-Treffen wegen der hohen Energiepreise ins Finanzministerium. Welche konkreten Folgen vor allem Letzteres haben wird, mag dahingestellt sein. Aber weil Politik immer auch ein bisschen Show ist, liegen die Aktivitätspunkte derzeit klar beim SPD-Chef. Merz setzte wohl auch deshalb einen Auftritt im Kanzleramt dagegen, hatte dort aber auch nicht sehr viel mehr mitzuteilen, als dass er die Probleme im Blick habe. So richtig es ist, dass der Kanzler die allgemeine Entlastungseuphorie ausbremst, so wichtig wäre es, grundsätzliche Veränderungen dagegenzusetzen. Die Reformenergie, die Klingbeil angekurbelt hat, darf sich nicht in Koalitionsstreitigkeiten über Preisdeckel und Pendlerpauschalen erschöpfen. Von allen Seiten ist zu hören, wie viel miteinander geredet werde - auch an Feiertagen, auch an Wochenenden. Allzu spannend sollte es die Regierung nicht machen."/yyzz/DP/men