MOSKAU (dpa-AFX) - Die Wahlniederlage des moskaufreundlichen Regierungschefs Viktor Orban in Ungarn hat nach Angaben aus dem Kreml keinen Einfluss auf den weiteren Fortgang des Ukraine-Kriegs. Seiner Ansicht nach habe das keine Auswirkungen auf die Perspektive des Konflikts, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. "Das sind wohl unterschiedliche Prozesse, daher sehe ich hier keinen Zusammenhang", betonte er. Russland führt seit mehr als vier Jahren Krieg gegen die Ukraine.
Orban hatte in der Vergangenheit mehrfach europäische Hilfen für die Ukraine ausgebremst. Seine nicht mit anderen EU-Partnern abgesprochenen Besuche in Moskau, die er mit Vermittlungsbemühungen im Konflikt begründete, brachten diesbezüglich keine Fortschritte. Stattdessen berichteten Medien zuletzt, dass die ungarische Führung den Kreml heimlich über geplante Maßnahmen der EU informiert und sich als dessen Interessenvertreter in Brüssel angeboten habe. Orbans Wahlniederlage wurde daher von einigen Medien auch als Schlappe für Kremlchef Wladimir Putin bezeichnet.
Peskow betonte das Interesse Moskaus an weiterhin guten Beziehungen zu Budapest. Die Ungarn hätten ihre Wahl getroffen, die Russland akzeptiere, sagte Peskow. "Wir haben die Erklärungen über die Bereitschaft zum Dialog gehört. Zweifellos ist das nützlich für Moskau und Budapest", führte er aus. Es bleibe aber abzuwarten, wie sich die neue Führung unter Wahlsieger Peter Magyar nach der Machtübernahme verhalte./bal/DP/men