BERLIN (dpa-AFX) - Die AfD reagiert verhalten auf die Wahlniederlage von Ungarns Regierungschef Viktor Orbán. Eine öffentliche Reaktion der Parteispitze blieb bis zum Mittag nach dem Wahltag zunächst aus. Der außenpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Markus Frohnmaier, schrieb auf der Plattform X, man nehme das Wahlergebnis in Ungarn mit Respekt zur Kenntnis. "Es widerlegt die Behauptung, Ungarn sei ein autoritär regierter Staat." Ähnlich äußerte sich die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Beatrix von Storch
Parteichefin Alice Weidel äußerte sich schließlich später ebenfalls bei X und schrieb: "Herzlichen Glückwunsch an die Partei Tisza zum Wahlsieg in Ungarn. Vielen herzlichen Dank an Viktor Orbán. Die Leistungen für sein Heimatland und seine Verdienste um Europa bleiben uns Ansporn, weiter für einen Kontinent der souveränen Nationen einzutreten. Wir machen uns weiter stark für den Schutz vor illegaler Migration und Brüsseler Bevormundung."
Frohnmaier schrieb, die AfD hoffe, dass der Wahlsieger an einer restriktiven Migrationspolitik festhalte und "sich nicht dem Zentralismus aus Brüssel beugt und dazu beiträgt, die Ukraine weiter mit europäischen Mitteln zu alimentieren." Andere AfD-Politiker gaben ihrer Enttäuschung über das Ergebnis bei X Ausdruck.
Die AfD hatte immer wieder demonstrativ die Nähe zu Orbán gesucht. Parteichefin Alice Weidel reiste zu jährlichen Treffen der rechtskonservativen amerikanischen CPAC-Konferenz nach Budapest - zuletzt erst im März. Orbán empfing die AfD-Chefin zudem im vergangenen Jahr kurz vor der Bundestagswahl in Budapest fast wie einen Staatsgast auch in seinem Regierungssitz. Weidel bezeichnete Ungarn als Vorbild und Orbán als "Leuchtfeuer der Freiheit"./jr/DP/stw