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ROUNDUP: EU will Fischern in der Krise mit 760 Millionen Euro helfen

ROUNDUP: EU will Fischern in der Krise mit 760 Millionen Euro helfen

16.4.2026 15:55:25 | Quelle: dpa | Lesedauer etwa 2 min.

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Um die Folgen des Konflikts im Nahen Osten abzudämpfen, können die EU-Mitgliedstaaten nun Fischer finanziell besonders unterstützen. Die Europäische Kommission teilte mit, dass für die Soforthilfemaßnahmen rund 760 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Sie waren bereits für Krisenhilfe bis zum Jahr 2027 vorgesehen und können jetzt genutzt werden.

Die Mitgliedstaaten beschließen selbst, ob und welche Unterstützung sie anbieten und verwalten diese. Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat prüft derzeit mögliche Maßnahmen, wie ein Sprecher mitteilte. Man nehme die Sorgen der Betriebe sehr ernst und stehe auch in engem Austausch mit den deutschen Küstenländern, anderen europäischen Mitgliedstaaten sowie der Branche.

Zahlungen möglich

Denkbar sind zwei Arten von Zahlungen für Fischer, Aquakulturerzeuger, Verarbeiter und Einzelhändler:

* finanzieller Ausgleich für Einkommensverluste und zusätzliche Kosten infolge der derzeitigen Marktstörung, einschließlich zusätzlicher Kosten infolge des Anstiegs der Energiepreise;

* Lagerbeihilfen für Organisationen, die Erzeugnisse vorübergehend lagern, um die Marktpreise zu stabilisieren.

Die Maßnahme gilt rückwirkend ab dem 28. Februar und für Ausgaben, die bis Ende 2026 getätigt werden. Bald sollen zudem zeitlich begrenzt staatliche Beihilfen möglich sein. Dies ist allerdings noch in der Abstimmung.

Krieg im Nahen Osten treibt Kosten

"Die Feindseligkeiten im Nahen Osten haben die Energie- und Rohstoffpreise in die Höhe getrieben, die Betriebskosten erheblich erhöht und die Gewinnspannen im gesamten Fischerei- und Aquakultursektor der EU gedrückt", teilte die Kommission zur Begründung mit. "Ein Teil der Fischereiflotte der Union hat den Betrieb aufgrund der geringeren Rentabilität bereits eingestellt." Vergleichbare Krisenhilfe gab es 2022 nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine./wea/DP/stw