BERLIN (dpa-AFX) - In der SPD stößt der Vorstoß von Unionsfraktionsschef Jens Spahn (CDU) für eine mögliche Reaktivierung der zuletzt abgeschalteten Atomkraftwerke auf Widerspruch. "Täglich grüßt das Murmeltier. Es ist nicht zielführend, immer die gleichen Debatten zu führen", sagte der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Dirk Wiese, der "Rheinischen Post".
Die Atomkraft sei "die teuerste und die gefährlichste aller Energien, und die Endlagersuche für die Altlasten ist bis heute nicht geklärt". Zudem sei die Kernenergie keine kurz- oder mittelfristig zur Verfügung stehende Grundlast. "Unser Fokus liegt auf der Zukunft: auf dem Ausbau der erneuerbaren Energien als ökologische, günstige und verlässliche Lösung. Flankiert durch moderne Gaskraftwerke und Batteriespeicher", sagte Wiese.
Spahn: "Eine Diskussion ist es in jedem Fall wert"
Spahn hatte die Debatte über die Wiederinbetriebnahme von Atomkraftwerken neu entfacht. In anderen Staaten würden 30 bis 50 Milliarden Euro investiert, um ein neues Kernkraftwerk zu bauen. "Wir könnten mit deutlich weniger, unsere gerade abgeschalteten Kernkraftwerke wieder ans Netz bringen. Eine Diskussion ist es in jedem Fall wert", sagte er.
Deutschland war vor drei Jahren aus der Atomenergie ausgestiegen. Die letzten drei Kernkraftwerke wurden Mitte April 2023 abgeschaltet. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte den Beschluss der Vorgängerregierungen zum Atomausstieg als "irreversibel" bezeichnet./jr/DP/nas