HAMBURG (dpa-AFX) - Der Windanlagenbauer Nordex hat die Erwartungen zum Jahresstart übertroffen. "Wir haben erneut eine solide operative Leistung erbracht, weitere Margenverbesserungen erzielt und sind mit einer starken Finanzposition in das Jahr gestartet", sagte Konzernchef José Luis Blanco am Montag zur Vorlage von Quartalszahlen. Er bestätigte außerdem die Jahresziele. Die Nordex-Aktie schnellte daraufhin im frühen Handel um gut zehn Prozent nach oben. Seit Jahresbeginn hat das Papier damit schon um mehr als zwei Drittel zugelegt.
Der Umsatz stieg im ersten Quartal verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um elf Prozent auf 1,59 Milliarden Euro, wie das im MDax der mittelgroßen Werte notierte Unternehmen zum Wochenstart mitteilte. Das Ergebnis nach Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte sogar um fast zwei Drittel auf 130,7 Millionen Euro zu. Die entsprechende Marge lag damit bei 8,2 Prozent, also 2,7 Prozentpunkte höher als ein Jahr zuvor. Unter dem Strich verdiente Nordex nach 7,9 Millionen Euro im Vorjahr nun 53,6 Millionen Euro. Analysten hatten im Schnitt bei allen Kennziffern weniger auf dem Zettel.
Nordex sei stark ins Jahr gestartet, kommentierte Jefferies-Analyst Constantin Hesse in einer ersten Reaktion. Die Quartalsbilanz spreche für sich. Der deutliche Rückgang des freien Barmittelflusses auf minus 98,1 Millionen Euro komme erwartungsgemäß und sei auf die Normalisierung im Umlaufvermögen zurückzuführen. Deepa Venkateswaran vom US-Analysehaus Bernstein Research lobte neben der starken Margenentwicklung auch die bestätigte Prognose. Das Management schätze die direkten Auswirkungen des Iran-Kriegs also offensichtlich als beherrschbar ein.
Der Umsatz soll im laufenden Jahr auf 8,2 bis 9 Milliarden Euro steigen. Analysten trauen Nordex durchschnittlich 8,7 Milliarden Euro zu. 2025 betrugen die Erlöse 7,55 Milliarden Euro. Die operative Marge (Ebitda) soll in diesem Jahr 8 bis 11 Prozent erreichen, nachdem im Vorjahr 8,4 Prozent zu Buche standen. Hier erwarten die Experten im Schnitt 9,8 Prozent.
Wie bereits seit Mitte des Monats bekannt, hat Nordex im ersten Quartal weniger Aufträge erhalten als ein Jahr zuvor. Das Neugeschäft ohne Service sank von knapp 2,2 auf knapp 1,9 Gigawatt. Dagegen stieg der durchschnittliche Verkaufspreis leicht auf 0,91 Millionen Euro pro Megawatt Leistung. Ein Jahr zuvor waren es noch 0,87 Millionen gewesen./niw/mne/stk