Die politischen Rahmenbedingungen für den Biosprit-Hersteller Verbio hellen sich in der Bundesrepublik weiter auf. Der Deutsche Bundestag hat die Umsetzung der überarbeiteten Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED III) beschlossen und damit das Potenzial der Bioenergie für Versorgungssicherheit und Klimaschutz im Verkehrsbereich gestärkt.
Die sogenannte Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote) wird von derzeit 12,0 Prozent um 5,5 Prozentpunkte auf 17,5 Prozent im kommenden Jahr erhöht. „Der Bundestag hat die bereits im Gesetzesentwurf vorgeschlagene ehrgeizige und langfristige Entwicklung der THG-Quote sogar um weitere 1,5 Prozentpunkte über die gesamte Laufzeit erhöht. Das hat uns positiv überrascht“, so Verbio-Chef Claus Sauter zum Beschluss aus der Vorwoche.
"In der Energiekrise sei die Biokraftstoffbranche das Notstromaggregat", so Sauter weiter. "Wir stellen zuverlässig preisgünstige und klimafreundliche Energie für Verkehr und Industrie bereit. Mit der neuen RED III werden wir integraler Bestandteil eines vorausschauenden Energiekonzepts. Wir erhalten künftig nicht mehr nur eine Klimaschutz-Prämie für unsere Produkte, sondern auch eine Resilienz-Prämie“, erklärt der Firmenlenker.
Im Vorfeld des Q3-Berichts, den Verbio am 12. Mai vorlegen will, hat Deutsche Bank Research den fairen Wert um 3,7 Prozent von 40,50 Euro auf 42,00 Euro angehoben, die Einstufung lautet weiterhin "Buy". Analyst Michael Kuhn rechnet mit einem EBITDA in Höhe von 52 Millionen Euro nach lediglich 30 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Für das gesamte Fiskaljahr 2025/26 (bis Ende Juni) erwartet der Experte ein EBITDA in Höhe von 146 Millionen Euro.
Kuhn liegt damit über der aktuellen Guidance, die Verbio dem Kapitalmarkt an die Hand gegeben hat. Der Biosprit-Hersteller erwartet eine EBITDA in einer Größenordnung zwischen 100 und 140 Millionen Euro. Angesichts der Preisentwicklungen der vergangenen Wochen und der weiterhin attraktiven THG-Prämien könnte sich die Prognose erneut als zu konservativ herauskristallisieren.