WASHINGTON (dpa-AFX) - US-Außenminister Marco Rubio hat Irans Blockade der Straße von Hormus mit einer "wirtschaftlichen Atomwaffe" verglichen. Iran versuche, die Region zu dominieren, sagte Rubio in einem Interview des TV-Senders Fox News. Er führte die Blockade der Meerenge als Beleg dafür an, dass die Machthaber in Teheran keine Nuklearwaffen besitzen dürften. "Die Straße von Hormus ist im Grunde eine wirtschaftliche Atomwaffe, die sie versuchen, gegen die Welt einzusetzen - und sie geben damit an", sagte er.
"Stellen sie sich vor, wenn diese Leute Zugriff auf eine Atomwaffe hätten, dann würden sie die ganze Region zur Geisel nehmen", sagte der Außenminister, der in Personalunion auch Präsident Donald Trumps Nationaler Sicherheitsberater ist. Rubio wollte sich nicht dazu äußern, wie Trump reagieren wird, falls Teheran auch weiterhin nicht bereit ist, über sein umstrittenes Atomprogramm zu verhandeln.
Teheran daran zu hindern, eine Atomwaffe zu bauen, war eines der erklärten Ziele sowohl des aktuellen Kriegs als auch der US-Luftangriffe auf iranische Nuklearanlagen vom vergangenen Juni.
Der Iran lässt seit Kriegsbeginn vor rund zwei Monaten kaum Schiffe durch die Straße von Hormus passieren, durch die ein Großteil der Lieferungen von Rohöl und Flüssiggas aus der Region läuft. Dadurch steigen die Weltmarktpreise. Die USA haben ihrerseits eine Seeblockade gegen den Iran verhängt, um die Führung in Teheran von Einnahmen aus dem Ölexport abzuschneiden. Die Straße von Hormus ist die Verbindung zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman - und damit zur weiteren Seeroute in den Indischen Ozean.
Aktuell gilt im Iran-Krieg eine Waffenruhe. Aber die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über eine dauerhafte Beilegung des Konflikts sind ins Stocken geraten./so/DP/zb