ATHEN (dpa-AFX) - Nach dem umstrittenen Einsatz der israelischen Marine gegen eine Gaza-Hilfsflotte und Dutzende Aktivisten treiben nach Angaben der griechischen Küstenwache mehrere Boote in den Gewässern vor Kreta. Die Bergung der 17 herrenlosen Boote werde in Kürze eingeleitet, hieß es aus Regierungskreisen in Athen.
Ein Regierungssprecher teilte mit, die Kommandozentrale für Suche und Rettung der Küstenwache habe in der Nacht ein Notsignal von einem Boot in internationalen Gewässern mehr als 60 Seemeilen westlich von Kreta empfangen. Ein Patrouillenboot der Küstenwache lief demnach umgehend aus. Bei Funkkontakt hätten die Kapitäne des betroffenen und weiterer in der Nähe befindlicher Schiffe erklärt, dass keine Gefahr bestehe und sie "weder Hilfe benötigten noch eine Unterstützung durch die griechischen Behörden wünschten", fügte der Sprecher im griechischen Fernsehen hinzu.
Die israelische Marine hatte in der Nacht zum Donnerstag mehr als 20 Schiffe der "Global Sumud Flotilla" abgefangen. Dutzende festgenommene Aktivisten sollen in den nächsten Stunden nach Angaben des israelischen Außenministeriums nach Griechenland gebracht werden. Die Regierung in Athen äußerte sich dazu zunächst nicht./tt/DP/he