CNBC-Moderator Jim Cramer ist bekannt für launigen Klartext. Seine Einschätzung zu Microsoft: Die Zahlen seien „nicht berauschend“ gewesen. Noch klarer wird er bei seiner Einschätzung zur Aktie: „Ich habe kein Interesse, Microsoft zu kaufen.“
Sein Problem: Microsoft wirkt für ihn trotz KI-Fantasie an vielen Stellen weiter wie klassisches Softwaregeschäft. Cramer sagte, viele Bereiche fühlten sich „einfach nach Software an“. Gemeint ist vor allem das etablierte Lizenzgeschäft rund um Office. In diesem Bereich wird diskutiert, wie stark KI-Tools das alte Modell unter Druck setzen könnten.Bemerkenswert: Cramer stellt sich damit klar gegen die breite Analystenfront. Mit Blick auf die vielen positiven Reaktionen und Kaufempfehlungen von Häusern wie Bank of America, Morgan Stanley und Goldman Sachs sagte er: „Ich konnte es nicht glauben.“Allerdings gab es bereits durchaus auch skeptischere Reaktionen nach den gestrigen Zahlen von Microsoft. Vor allem massiv steigende Investitionen werden kritisch betrachtet. Microsoft will seine Ausgaben für Rechenzentren und KI-Infrastruktur weiter deutlich erhöhen. Für 2026 steht ein Rahmen von rund 190 Milliarden Dollar im Raum.Sehr bullish bleibt hingegen unter anderem Wedbush mit einem Kursziel von 575 Dollar für die Microsoft-Aktie. Es sei ein „herausragendes Quartal“ gewesen, Microsoft habe weiter klar eine Führungsrolle im KI-Markt. Die hohen Investitionen seien notwendig, um die Nachfrage zu bedienen. Rücksetzer könnten aus Sicht von Wedbush sogar Kaufgelegenheiten sein.