FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Die Gold- und Silberpreis-Rally ist vorbei, Minenfonds damit auch nicht mehr so gefragt. Dafür kommen breit streuende Aktienfonds gut an, vor allem mit europäischen Titeln. Immer Thema: die Immofonds.
30. April 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Nach neuen Allzeithochs sieht es hierzulande zwar nicht aus - anders als in den USA. Die Tiefs von Ende März hat der DAX aber dennoch weit hinter sich gelassen. Die Umsätze sind entsprechend gut, wie Matthias Präger von der Baader Bank berichtet. Ivo Orlemann von der ICF Bank sieht nach sehr lebhaften Vormonaten etwas rückläufige Umsätze. "Das meiste los ist bei den Immobilienfonds", ergänzt er.
Hier hören die schlechten Nachrichten nicht auf. Zuletzt hat die UBS die Rücknahme und Ausgabe von Anteilen ihres Immobilienfonds UBS (D) Euroinvest Immobilien ausgesetzt. Der Wertgrund Wohnselect D (DE000A1CUAY0) wurde bereits im Januar geschlossen, der Fokus Wohnen Deutschland (DE000A12BSB8) im Februar. Dazu kommen deutliche Abwertungen des Wohnen ZBI von Union Investment und des Leading Cities Invest von Kanam 2023 und 2024. "Die Umsätze sind hoch, massive Verkäufe sind es aber nicht", berichtet Orlemann. Regen Handel meldet er für den HausInvest (DE0009807016), und zwar in beide Richtungen. Etwas unter Abgabedruck stehe der Grundbesitz Europa (DE0009807008), eher Käufe sieht der Händler für den WestInvest InterSelect (DE0009801423).
Europäische Aktien ja, deutsche nein
Anders als üblich dominieren im Handel mit Aktienfonds bei der Baader Bank aktuell die Käufe - zumindest von europäischen Aktien. Durchaus im großen Stil gesetzt wird auf den JPM Europe Equity Plus (LU0289089384) und den AGIF Allianz Europe Equity Dividend (LU1302929846). Auf den Verkaufslisten stehen der DWS Deutschland (DE0008490962) und der DWS Investa (DE0008474008) mit deutschen Aktien. Eher Abgaben sieht Präger zudem im Bereich internationale Aktien. Beispiele: der DWS Akkumula (DE0008474024) und der DWS Top Dividende (DE0009848119).
Kaum Reaktion auf Asien-Hausse
Im Handel mit asiatischen Aktien fehlt die klare Tendenz. "Viel los ist auch nicht, trotz guter Kursentwicklung", erklärt Präger. Gekauft würden der AGIF Allianz Oriental Income (LU1173936821) und der Templeton China (LU0052750758), abgegeben der DWS Top Asien (DE0009769760) und der JPMorgan Greater China (LU0117841782). Die breit streuenden Asien-Fonds markieren aktuell neue Allzeithochs.
Tech-Fonds auf Allzeithochs
Immer neue Rekorde an der Nasdaq führen zudem zu hohen Umsätzen in Technologiefonds. "Allerdings sehen wir Käufe und Verkäufe", bemerkt Orlemann mit Blick auf den Fidelity Global Technology (LU0099574567). Der hat gerade ein neues Rekordhoch erreicht: Auf Sicht von einem Jahr ergibt sich jetzt ein Kursplus von 35 Prozent, auf Sicht von drei Jahren 84 Prozent. Umsatzspitzenreiter generell ist bei der ICF allerdings der Flossbach von Storch Multiple Opportunities (LU0323578657), ein Mischfonds.
Flossbach-Fonds Nummer eins.
Der Flossbach von Storch Multiple Opportunities steht auch dieses Jahr wieder an der Spitze der größten Fondspositionen im freien Vertrieb, wie eine Analyse der Fonds-Informationsplattform FONDS professionell zeigt. Der Anteil sank allerdings leicht von knapp 17 auf knapp 16 Prozent. Auf Platz zwei steht der Templeton Growth mit 8 Prozent (LU0114760746), auf Platz drei der DWS Vermögensbildungsfonds mit 6 Prozent (DE0008476524).
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Ruhe bei Goldminen-, viel los bei Geldmarktfonds
Viel ruhiger zu geht es bei Minenfonds, Anfang des Jahres mit dem Gold- und Silberpreishöhenflug noch extrem umsatzstark. "Der Goldpreisrückgang macht sich bemerkbar, die Luft ist raus", bemerkt Präger. Größere Abgaben beobachtet er im Earth Gold Fund (DE000A0Q2SD8) und im Franklin Gold and Precious Metals (LU0496367417).
Sehr hoch ist das Handelsaufkommen weiterhin bei Geldmarkt- und geldmarktnahen Fonds. "Besonders solche in Fremdwährungen sind gefragt", stellt Präger fest. Ein Beispiel: der Pictet-Short-Term Money Market USD (LU0128496485). Doch auch der DWS Flexizins Plus (DE0008474230) werde gesucht. Eher abgestoßen würden der Deutsche Floating Rate Notes (LU0034353002) und der DB Portfolio Euro Liquidity (LU0080237943).
Von Anna-Maria Borse, 30. April 2026, © Deutsche Börse AG
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