Konkret votierten 99,6 Prozent des vertretenen Kapitals für die Ausgabe von bis zu 470 Millionen neuen UniCredit-Aktien. Diese Papiere will die UniCredit den Aktionären der Commerzbank im Tausch für ihre Aktien anbieten. Das offizielle Angebot soll bereits am Dienstag vorgelegt werden. Danach haben die Anteilseigner der Commerzbank vier Wochen Zeit, ihre Aktien bei der italienischen Großbank anzudienen.
Attraktiv ist der geplante Tausch aktuell aber nicht. Die UniCredit bietet 0,485 eigene Aktien je Commerzbank-Papier. Auf Basis der aktuellen Kurse entspricht das einem Wert von 31,09 Euro je Aktie. Damit würde das Frankfurter Geldhaus mit gut 35 Milliarden Euro bewertet.
An der Börse liegt die Commerzbank-Aktie derzeit jedoch deutlich höher. Am Montag notiert am frühen Nachmittag bei 34,50 Euro. Das entspricht einem Aufschlag von rund zehn Prozent gegenüber dem rechnerischen Wert des UniCredit-Angebots. Für die meisten Anleger dürfte es damit wenig Anreiz geben, ihre Aktien zu diesen Konditionen anzudienen.
UniCredit-Chef Andrea Orcel dürfte es zunächst allerdings ohnehin nicht darum gehen, mit dem Angebot möglichst viele Commerzbank-Aktien einzusammeln. Entscheidend ist vielmehr die Schwelle von 30 Prozent. Überschreitet UniCredit diese Marke, hätte die italienische Großbank nach Ablauf von sechs Monaten die Möglichkeit, am Markt weitere Aktien der Commerzbank zuzukaufen, ohne dadurch zu einem erneuten Pflichtangebot gezwungen zu sein.Die Führung der Commerzbank stemmt sich weiter gegen die Pläne aus Mailand. Das Management um Vorstandschefin Bettina Orlopp sieht die Eigenständigkeit der Bank als bessere Option für Aktionäre, Kunden und Mitarbeiter. Zuletzt hatte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Michael Kotzbauer UniCredit ein feindliches Vorgehen vorgeworfen und kritisiert, dass das bisherige Konzept den Aktionären keine Prämie biete.Damit spitzt sich der Übernahmekampf weiter zu. Nach der Zustimmung der UniCredit-Aktionäre liegt der Ball nun bei Andrea Orcel. Am Dienstag dürfte klar werden, ob die Italiener bei den bisherigen Konditionen bleiben – oder doch noch nachlegen.