ERIWAN (dpa-AFX) - Für EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas kam die Ankündigung des Abzugs von US-Truppen aus Europa durch Präsident Donald Trump überraschend. Zwar werde schon seit langer Zeit darüber gesprochen, sagte die EU-Außenbeauftragte am Rande eines Treffens der Europäischen Politischen Gemeinschaft (EPG) in Eriwan. "Aber natürlich kommt der Zeitpunkt dieser Ankündigung überraschend."
Kallas sagte weiter, das US-Vorhaben zeige, dass die europäische Säule in der Nato wirklich gestärkt und mehr getan werden müsse. Auf die Frage, ob sie glaube, dass Präsident Trump mit den jüngsten Maßnahmen insbesondere Bundeskanzler Friedrich Merz bestrafen will, sagte sie: "Ich kann nicht in den Kopf von Präsident Trump schauen, das muss er selbst erklären."
USA hatten Abzug angekündigt
Die USA hatten in den vergangenen Tagen angekündigt, 5.000 US-Soldaten in den kommenden sechs bis zwölf Monaten aus Deutschland abzuziehen, später sprach Trump noch von "weit mehr". Auch einen Abzug aus anderen europäischen Ländern schloss der US-Präsident nicht aus. Zuvor hatte Trump Kritik an Kanzler Friedrich Merz (CDU) gerichtet, nachdem dieser sich kritisch zum US-Krieg gegen den Iran geäußert hatte./rdz/DP/nas