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ROUNDUP 2: Drohne trifft Moskauer Wolkenkratzer - Sorge um Siegesparade

ROUNDUP 2: Drohne trifft Moskauer Wolkenkratzer - Sorge um Siegesparade

4.5.2026 11:59:19 | Quelle: dpa | Lesedauer etwa 3 min.

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MOSKAU/ERIWAN (dpa-AFX) - Kurz vor den Feiern zum Tag des Sieges in Russland verstärkt ein ukrainischer Drohnentreffer auf ein Wohnhochhaus in Moskau die Sorgen wegen der geplanten Militärparade. Bürgermeister Sergej Sobjanin schrieb am frühen Morgen auf der Plattform Telegram, es habe keine Verletzten gegeben. Doch der Einschlagsort liegt nur etwa sechs Kilometer Luftlinie vom Roten Platz entfernt. Dort will Kremlchef Wladimir Putin wie jedes Jahr am 9. Mai die Militärparade zur Erinnerung an den sowjetischen Sieg über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg abnehmen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj rieb aus der Ferne Salz in diese Wunde. Der Angreifer Russland sei nach mehr als vier Jahren Krieg geschwächt, während sein eigenes Land stärker werde, sagte Selenskyj beim Gipfeltreffen der Europäischen Politischen Gemeinschaft (EPG) in Armeniens Hauptstadt Eriwan.

Selenskyj: Ukrainische Drohnen über Siegesparade?

"In diesem Sommer wird der Moment kommen, an dem Putin entscheiden wird, was er weiter tun will, den Krieg auszuweiten oder den Weg der Diplomatie einzuschlagen", sagte Selenskyj laut Mitschnitt seiner Rede. Bei der Parade werde Moskau zum ersten Mal seit vielen Jahren keine Militärtechnik mehr zeigen können. "Und sie fürchten, dass Drohnen über den Roten Platz fliegen. Das sagt etwas. Es zeigt, dass sie jetzt nicht stark sind."

Das russische Verteidigungsministerium hat schon Ende April mitgeteilt, wegen Sicherheitsbedenken finde die Militärparade am Samstag diesmal ohne Panzer und Raketen statt.

Einschlag unweit der deutschen Botschaft

Beschädigt wurde ein markanter Wolkenkratzer, 213 Meter hoch, mit Luxuswohnungen, im Westen der russischen Hauptstadt. Fotos zeigten mehrere verbrannte Fenster eines Stockwerks auf halber Höhe. An der Straße Mosfilmowskaja gibt es auch mehrere Botschaften. Die deutsche Botschaft liegt knapp einen Kilometer vom Einschlagsort entfernt. Zwei weitere ukrainische Drohnen wurden Sobjanin zufolge von der Flugabwehr abgeschossen.

Russisches Militär will 117 Drohnen abgefangen haben

Für die Nacht zu Montag meldete das russische Verteidigungsministerium 117 angeblich abgefangene feindliche Drohnen über vielen Teilen des Landes. Ukrainische Drohnen fliegen immer wieder den Großraum Moskau an. Sie stören den Flugverkehr. Einschläge gab es eher selten, weil die Ukraine ihre Angriffe auf Militärobjekte und Anlagen der russischen Öl- und Gasindustrie konzentriert. Unklar blieb, ob der Treffer geplant war oder durch einen Steuerungsfehler oder elektronische Ablenkmaßnahmen verursacht wurde.

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion. Russland beschießt dabei auch systematisch das Hinterland des Nachbarn und setzt dazu Drohnen und Raketen ein. Bei den Attacken kommen in der Ukraine fast täglich Zivilisten zu Tode; Wohnhäuser und für die Bewohner lebenswichtige Infrastruktur werden zerstört./fko/DP/nas