BERLIN (dpa-AFX) - Die AfD-Spitze begrüßt den angekündigten US-Truppenabzug aus Deutschland. Die Entscheidung der US-Regierung müsse man zur Kenntnis nehmen, sagte Parteichef Tino Chrupalla auf Nachfrage vor Journalisten in Berlin. Für Deutschland und Europa müsse es wichtig sein, selbst verteidigungsfähig zu sein. "Und ich denke, daran muss jetzt gearbeitet werden. Ansonsten kann man diesen Truppenabzug durchaus begrüßen."
Co-Chefin Alice Weidel verwies auf das AfD-Programm, worin festgelegt sei, dass man "keine fremden Mächte innerhalb unserer Landesgrenzen" haben wolle. "Wir halten das für überflüssig."
Zum erwarteten Verzicht der USA auf die Stationierung von Tomahawk-Marschflugkörpern in Deutschland fügte sie hinzu, das sei nicht unbedingt negativ für die Bundesrepublik. Sie verwies bei einer Stationierung auf ein mögliches Risiko für Deutschland im Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg. "Und dementsprechend ist das erstmal nichts Schlechtes."
Das US-Verteidigungsministerium hat angekündigt, rund 5.000 der etwa 39.000 in Deutschland stationierten US-Soldaten abzuziehen. Die Ankündigung erfolgte vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen zwischen US-Präsident Donald Trump und Bundeskanzler Friedrich Merz. Die Soldaten sollen in den nächsten sechs bis zwölf Monaten verlegt werden - nach Trumps Worten könnten es am Ende sogar "weit mehr" sein./jr/DP/jha