Nachrichten

Luftrettung: Krankenkassen-Sparpaket gefährdet Standorte

Luftrettung: Krankenkassen-Sparpaket gefährdet Standorte

6.5.2026 03:28:57 | Quelle: dpa | Lesedauer etwa 2 min.

WESSLING (dpa-AFX) - Die ADAC Luftrettung warnt vor negativen Folgen des geplanten Krankenkassen-Sparpakets. "Sollte der Gesetzentwurf unverändert umgesetzt werden, drohen mittelfristig Einschränkungen von Leistungen oder sogar die Schließung einzelner Luftrettungsstationen", sagt der Vorsitzende der Geschäftsführung, Frédéric Bruder. Das gefährde die flächendeckende Einsatzfähigkeit der Luftrettung.

Besonders betroffen wären demnach ländliche und strukturschwache Regionen, in denen die Luftrettung häufig eine entscheidende Rolle bei lebensbedrohlichen Notfällen spiele, weil es dort weniger Rettungswachen und Krankenhäuser gebe.

"Beim Entwurf der Reform sind die absehbaren Folgen für die Notfallversorgung offensichtlich nicht ausreichend berücksichtigt worden", kritisiert Bruder. Eine Korrektur sei dringend erforderlich.

Kurzfristige Einsparungen nicht möglich

Ihm geht es dabei um eine im Gesetzentwurf vorgesehene Begrenzung von Vergütungssteigerungen. Bereits jetzt sei die Luftrettung teilweise auf Spenden angewiesen. Bei Umsetzung des Gesetzes wäre die Luftrettung dauerhaft strukturell unterfinanziert. Kurzfristige Einsparungen seien aber kaum möglich, schließlich würden Investitionen in Hubschrauber, medizinische Ausstattung und Rettungsstationen über Jahrzehnte geplant.

Gleichzeitig stiegen die Anforderungen an die Luftrettung durch immer längere Transportwege für die Patienten. "Mehr Verantwortung und mehr Einsätze bei gleichzeitig gedeckelter Finanzierung - das steht in einem klaren Widerspruch", so Bruder.

49.000 Einsätze im Jahr

Vergangenes Jahr flog die ADAC Luftrettung nach eigenen Angaben knapp 49.000 Einsätze, das waren minimal weniger als im Jahr 2024. Für sie und ihre Tochterunternehmen arbeiten bundesweit rund 1.500 Menschen, darunter 180 Piloten und rund 670 Notärzte.

Das Sparpaket soll für stabile Beiträge bei den gesetzlichen Krankenkassen sorgen. Geplant sind darin Ausgabenbremsen bei Praxen, Kliniken und Pharmabranche - aber etwa auch höhere Zuzahlungen für Medikamente und Einschränkungen der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern./ruc/DP/zb