EU treibt marktorientierte Klimapolitik voran - Mauterleichterungen und flexibilisierte CO-Vorgaben für Lastwagenhersteller
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EU treibt marktorientierte Klimapolitik voran - Mauterleichterungen und
flexibilisierte CO-Vorgaben für Lastwagenhersteller
07.05.2026 / 08:30 CET/CEST
Bern, 7. Mai 2026
Am 5. Mai hat das Parlament der Europäischen Union einer Änderung der
EU-Regeln zur Strassenbenutzungsgebühr zugestimmt. Damit können
emissionsfreie Lastwagen und Busse bis 30. Juni 2031 von Maut- und
Nutzungsgebühren befreit oder deutlich günstiger gestellt werden. Erst im
März hatte das Europäische Parlament einer Anpassung der CO-Regulierung für
schwere Nutzfahrzeuge zugestimmt. Dies erleichtert es Lastwagenherstellern,
Emissionsgutschriften zu sammeln und damit Zielabweichungen in späteren
Jahren auszugleichen. Damit reagiert die EU auf die Marktrealitäten beim
Hochlauf emissionsfreier Nutzfahrzeuge. Die Schweiz verliert mit den
strengeren Vorschriften zunehmend den Anschluss.
Am 5. Mai hat das EU-Parlament eine gezielte Änderung der EU-Vorschriften
zur Strassenbenutzungsgebühr, um die Möglichkeit zu verlängern,
umweltfreundliche Lastwagen und Busse bis zum 30. Juni 2031 von Mautgebühren
zu befreien. Die Abgeordneten unterstützten einen Vorschlag der Kommission,
die Option zu verlängern, emissionsfreie schwere Nutzfahrzeuge von Maut- und
Nutzungsgebühren auszunehmen oder deutlich reduzierte Gebühren anzuwenden.
Dies soll für weitere fünfeinhalb Jahre gelten, vom 31. Dezember 2025 bis
30. Juni 2031.
Flexibilisierung ohne Langfristziele auszusetzen
An ihren langfristigen Reduktionszielen für schwere Nutzfahrzeuge hält die
EU fest. Die CO-Emissionen neuer Lastwagen sollen gegenüber dem Niveau von
2019 bis 2025 um 15 Prozent sinken, bis 2030 um 45 Prozent, bis 2035 um 65
Prozent und bis 2040 um 90 Prozent. Die im März 2026 beschlossenen
Anpassungen betreffen nicht die Zielwerte, sondern den Umsetzungsweg. Die
Hersteller erhalten mehr Möglichkeiten, sogenannte CO2-Credits zu sammeln.
Dabei handelt es sich um Emissionsgutschriften, die in spätere Jahre
übertragen werden können, um mögliche Zielverfehlungen auszugleichen. Damit
entfällt die bisher vorgesehene lineare Verschärfung der Zielwerte zwischen
2025 und 2029. Die EU ist überzeugt, dass so Investitionen in emissionsfreie
Lastwagen und Busse gestärkt werden.
Starke Signale für eine wirtschaftsorientierte Klimapolitik
Aus Sicht der Schweizer Automobilimporteure sind diese Entscheide des
EU-Parlaments ein wichtiges Signal für eine marktorientierte Klimapolitik.
Thomas Rücker, Direktor von auto-schweiz, sagt: «Die EU hat ihren Kurs
konsequent korrigiert und zeigt, dass Klimapolitik und wirtschaftliche
Realität zusammen gedacht und umgesetzt werden müssen. Die Transformation im
Nutzfahrzeugsektor gelingt nur bei einem funktionierenden Ökosystem. Während
die EU für Personenwagen und nun auch für schwere Nutzfahrzeuge die dringend
benötigte Flexibilität schafft, zögert die Schweiz und setzt damit ihre
Vorreiterrolle in der Elektrifizierung des Schwerverkehrs auf Spiel. Während
andere flexibilisieren, denkt die Schweiz über höhere oder zusätzliche
Abgaben für Elektrofahrzeuge nach und sieht keine Notwendigkeit für eine
ähnliche Behandlung hiesiger Unternehmen.»
Schweiz bei E-Lastwagen europäische Spitze
Dabei zeigt gerade der Schweizer Nutzfahrzeugmarkt, dass die
Elektrifizierung grundsätzlich vorankommt: Mit fast 1'000 neu
immatrikulierten Elektro-Lastwagen über 3,5 Tonnen im vergangenen Jahr
erreichte die Schweiz einen Marktanteil von über 22 Prozent - der höchste
Wert in Europa. Wenn regulatorisch langfristige Investitionssicherheit
geschaffen wird, etwa durch die Ausgestaltung der Leistungsabhängigen
Schwerverkehrsabgabe (LSVA) für emissionsfreie Lastwagen, sind Unternehmen
bereit, in den Infrastrukturaufbau zu investieren.
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