FRANKFURT (dpa-AFX) - Kriegssorgen rund um den Iran sind am Freitag in Asien und Europa wieder Thema. Die Börsen stehen unter Druck, auch hierzulande. So signaliserte der X-Dax als Indikator für den deutschen Leitindex knapp eine Stunde vor dem Xetra-Start ein Minus von 0,76 Prozent auf 24.477 Punkte.
Die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran wird auf eine Probe gestellt: Nach iranischen Attacken auf drei US-Zerstörer in der Straße von Hormus hat das US-Militär als Vergeltung Ziele in der Islamischen Republik angegriffen. US-Präsident Donald Trump forderte den Iran nach den Schlägen auf iranische Ziele erneut unter Drohungen auf, "schnell" eine Friedensvereinbarung zu unterzeichnen. Die seit rund einem Monat bestehende Waffenruhe gelte aber weiter. Die Ölpreise zogen wieder an.
Der Dax tat sich bereits am Vortag schwer. In den Sog des KI-Booms an den Märkten der USA und Asiens geriet er nicht mehr. Sein Wochenhoch hatte er am Mittwoch mit 25.152 Punkten erreicht, noch unter seinem Rekord vom Januar bei 25.507 Punkten. Nun könnte er die am Mittwoch entstandene Kurslücke bei 24.400 Punkten wieder schließen.
"Wieder einmal wird klar, dass die Börsen die Friedensglocke zu früh geläutet haben", schrieb Marktbeobachter Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners anlässlich der bis zur Wochenmitte noch deutlichen Kursgewinne an den Börsen und der neuen Eskalation. Auch diesmal sei das Einpreisen eines Friedensabkommens zwischen den USA und dem Iran verfrüht gewesen.
Vor dem Wochenende dürfte am Nachmittag der US-Arbeitsmarktbericht für Aufmerksamkeit sorgen. Er gibt Hinweise auf den Zustand der US-Wirtschaft und ist wichtig für die weitere Geldpolitik der US-Notenbank. Angesichts der zuletzt wieder steigenden Inflation sollten Anleger auf das Lohnwachstum achten, schrieb Experte Altmann.
In der Berichtssaison geht es nach einigen heißen Tagen am Freitag gemächlicher zu. Auf der Agenda stehen die Quartalszahlen der Commerzbank , die allerdings zurzeit vor allem wegen der Übernahmeofferte der italienischen Unicredit im Fokus steht. Das Frankfurter Institut hob seine Prognosen an. Die im Dax notierten Anteile gaben vorbörslich auf Tradegate dennoch um 1,1 Prozent im Vergleich mit dem Xetra-Schluss nach.
Aus dem MDax veröffentlichen der Getränkeabfüllanlagen-Hersteller Krones , der IT-Dienstleister Bechtle sowie der Chemiekonzern Evonik Quartalszahlen. Bechtle zogen vorbörslich auf Tradegate um 5,4 Prozent an, Krones verteuerten sich um 0,9 Prozent, Evonik waren wenig bewegt.
Rheinmetall stehen nach dem Kursrutsch am Vortag von fast 7 Prozent abermals unter Druck. Auf Tradegate viel gehandelt, sank der Kurs des Rüstungskonzerns vorbörslich um weitere 2,9 Prozent zum Xetra-Schluss. Der seit Januar intakte Abwärtstrend setzt sich damit in verschärfter Form fort. Analyst David Perry von JPMorgan kappte sein Kursziel von 2.130 auf 1.500 Euro und stufte die Papiere von "Overweight" auf "Neutral" ab./ajx/jha/