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AKTIEN IM FOKUS 2: Rüstungswerte im Abverkauf - Rheinmetall weiter auf Talfahrt

AKTIEN IM FOKUS 2: Rüstungswerte im Abverkauf - Rheinmetall weiter auf Talfahrt

11.5.2026 08:39:44 | Quelle: dpa | Lesedauer etwa 2 min.

(neu: Kursentwicklungen, weitere Stimmen, Text neu gefasst)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die vor dem Wochenende bereits sehr schwachen Papiere von Rüstungswerten haben am Montag ihre Verluste ausgeweitet. Auch TKMS , die vorbörslich noch Auftrieb bekommen hatten von gut aufgenommenen Geschäftszahlen, drehten rasch ins Minus mit zuletzt 2,4 Prozent auf 76,80 Euro.

Der Marineschiffbauer hatte nach Zuwächsen im ersten Halbjahr die Prognose für das laufende Jahr bestätigt. Der Hersteller von U-Booten und Überwasserschiffen profitiert weiter von hohen Ausgaben der Regierungen für Militär. Das zum Industriekonzern Thyssenkrupp gehörende Unternehmen kann trotz Rückgängen beim Neugeschäft auf einen rekordhohen Auftragsbestand bauen. Ein Händler nannte die Zahlen von TKMS auf den ersten Blick solide. Allgemein sei am Markt aber die Rüstungsstory inzwischen "out", sodass die Geschäftszahlen nicht mehr reichten für eine Kurserholung.

Bei Rheinmetall verschärfte sich am Montagmorgen die Talfahrt. Beim Kurs von mittlerweile unter 1.200 Euro verloren die Papiere zuletzt 3 Prozent. Am Freitag waren sie nach einem kritischen Kommentar von JPMorgan bereits erneut stark abgerutscht. Sie notieren aktuell auf dem tiefsten Stand seit April 2025 und haben in diesem Jahr nun schon fast ein Viertel verloren. Warburg Research hält den Ausverkauf zwar für überzogen und stufte die Anteile jetzt auf "Buy" hoch. Davon konnten Rheinmetall zum Wochenauftakt aber nicht profitieren.

Die Aktien von Renk sackten am Montag um gut 3 Prozent ab, nachdem sie am Freitag ebenfalls stark nachgegeben hatten. Hensoldt standen am Montag mit ähnlichen hohen Abschlägen weiter unter Druck.

Rüstungswerte stehen seit geraumer Zeit auf den Verkaufszetteln der Investoren - auch und vor allem angesichts der Friedensbemühungen in der Ukraine. Mit einem nachhaltigen Waffenstillstand in der Ukraine würde der wichtigste Treiber für Rüstung wegfallen, schrieben am Montag die Experten von Bernstein Research.

Aktien von Rüstungsunternehmen mit hohem Umsatzanteil an Landsystemen wie Munition, Panzer und Transportfahrzeuge sehen die Analysten als am stärksten gefährdet. Darunter seien Rheinmetall und auch Renk, deren Produkte im Ukraine-Krieg mit am intensivsten verwendet werden./ajx/bek/mis