Nachrichten

IW-Regionalranking: Region München vorn - und Tirschenreuth

IW-Regionalranking: Region München vorn - und Tirschenreuth

11.5.2026 10:11:43 | Quelle: dpa | Lesedauer etwa 2 min.

KÖLN (dpa-AFX) - In einer neuen Hitliste der wirtschaftsstärksten Regionen Deutschland ist Bayern einmal mehr vorn - mit einer Überraschung in der Oberpfalz. Denn im Regionalranking der Beratungsgesellschaft IW Consult liegt hinter Kreis und Stadt München auf den ersten beiden Plätzen erstmals der abseits der Metropolen gelegene Kreis Tirschenreuth im Oberpfälzer Wald auf Platz drei. Insgesamt finden sich in der Liste unter den zehn stärksten deutschen Regionen sieben bayerische: Auf dem fünften Rang landete der Kreis Starnberg, auf den Plätzen acht, neun und zehn liegen Erlangen-Höchstadt, Miesbach und Ebersberg.

Erreichte Wirtschaftsstärke in Bayern top, wirtschaftliche Dynamik nicht

Ansonsten ist in den Top Ten nur Hessen vertreten, mit Frankfurt am Main und zwei Umlandkreisen der Mainmetropole. IW Consult ist eine Tochter des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln. Das Unternehmen veröffentlicht das Regionalranking in zweijährigem Abstand seit 2016, bayerische Kommunen sind seit Beginn führend.

Weniger glänzend sieht Bayern jedoch in der wirtschaftlichen Dynamik aus, also der Analyse des Veränderungstempos in einer Region. In dieser Hinsicht liegt zwar Tirschenreuth ebenfalls auf Platz drei, doch ansonsten keine bayerische Kommune. Dafür finden sich am Tabellenende auf der Liste der zehn Kommunen mit der schwächsten Dynamik drei bayerische. Ansbach auf Platz 392, Straubing (396) und Dingolfing-Landau (397).

Tirschenreuth in industrieller Forschung erstarkt - mit Hilfe vom Landratsamt

Das Tirschenreuther Erfolgsgeheimnis besteht laut Studie in einer engen Verzahnung von Fertigung, unternehmerischer Steuerung und der Etablierung industrieller Forschung und Entwicklung sowie aktiver Wirtschaftspolitik des Landratsamts. In dem Kreis an der tschechischen Grenze ist unter anderem der international bekannte Spezialglashersteller Schott ansässig.

In die Analysen fließen laut IW Consult 14 Faktoren in drei Kategorien ein: Lebensqualität, Wirtschaftsstruktur und Arbeitsmarkt. Zu den Faktoren zählen etwa private Verschuldung, gemeindliche Steuerkraft, Arbeitslosigkeit oder die Erwerbsquote von Frauen, aber auch Ärztedichte, Kriminalitätsbelastung und Grünflächen./cho/DP/jha