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Pressestimme/'Wall Street Journal': Trump will keinen Ärger mit China

Pressestimme/'Wall Street Journal': Trump will keinen Ärger mit China

11.5.2026 06:50:15 | Quelle: dpa | Lesedauer etwa 2 min.

NEW YORK (dpa-AFX) - Erstmals seit 2017 wird US-Präsident Donald Trump diese Woche China auf Einladung von Staatschef Xi Jinping besuchen. Dazu schreibt das "Wall Street Journal":

"Trump mag sich nicht um Taiwans Freiheit scheren - oder um das Vorbild, das Taiwan dafür liefert, dass eine wohlhabende chinesische Demokratie möglich ist. Aber der Präsident will keine Krise unter seiner Ägide. (...) Xi wird genau darauf achten, ob Trump signalisiert, dass er Taiwan im entscheidenden Moment nicht verteidigen würde.

Trumps Diplomatie ist vor allem eine persönliche, und niemand kann vorhersagen, wie er sich letztlich beim Treffen verhalten wird. Japan und andere Staaten in der Region blicken mit Sorge auf das Geschehen
- eine Mahnung daran, dass die Unterstützung Taipehs durch die USA
von Interesse für Amerikas Bündnisse weltweit ist. (...) Trump hat angekündigt, er werde den Fall des politischen Gefangenen Jimmy Lai zur Sprache bringen. Doch Xi wird den 78-jährigen Verleger, der in Hongkong aufgrund haltloser Vorwürfe verurteilt wurde, nicht freilassen, solange er Trumps Forderung für nicht mehr als eine bloße Geste hält. (...)

Trumps erste Regierung begriff China als strategischen Widersacher - in militärischer, wirtschaftlicher und ideologischer Hinsicht. Die zweite Trump-Regierung hingegen strebt nach Entspannung, und Trump selbst nimmt dabei die Rolle der obersten Friedenstaube ein. (...) Hinter allen guten Willensbekundungen aus Peking hat sich eine Realität nicht geändert: Xi verfolgt eine langfristige Strategie, die darauf abzielt, die USA als weltweit führende Macht abzulösen."/juw/DP/zb