NANCY (dpa-AFX) - Zum unterschiedlichen Umgang Europas und der USA mit dem Hantavirus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff schreibt die französische Zeitung "L'Est Républicain":
"Bei der Bewältigung von Gesundheitskrisen gibt es zwei Ansätze. Den einen, bei dem man den Regenschirm weit aufspannt, auch wenn man unter blauem Himmel im Trockenen spazieren geht. Und den anderen, bei dem man das Thema mit einer verblüffenden Leichtigkeit angeht. Die Situation rund um dieses verfluchte Hantavirus veranschaulicht perfekt die wachsende Kluft zwischen Europäern und Amerikanern. Seit diesem Montag scheint in Frankreich alles darauf ausgerichtet zu sein, eine ansteckende Panik zu vermeiden und potenzielle Infektionsketten zu unterbrechen. (...)
Ganz im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten, die ihrerseits eine entwaffnende Gelassenheit an den Tag legen. Sieben potenziell exponierte Passagiere, die das Schiff verlassen hatten, bevor der Infektionsherd identifiziert wurde, wurden beispielsweise lediglich gebeten, von zu Hause aus auf das Auftreten möglicher Symptome zu achten. (...) Seit der Rückkehr von Donald Trump ist das amerikanische Gesundheitswesen einem methodischen Schwächungsprozess ausgesetzt. (...)
An Uncle Sams Tisch sind Epidemiologen mit abweichenden Meinungen nicht mehr zu Familienessen eingeladen. Und in knapp einem Monat steht ein riesiges Festmahl an, nämlich die Fußball-Weltmeisterschaft, die 1,2 Millionen ausländische Fans ins Land locken dürfte."/evs/DP/zb