DAMASKUS (dpa-AFX) - Das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen hat seine Nahrungsmittelhilfe in Syrien nach eigenen Angaben wegen massiver Finanzierungslücken um 50 Prozent kürzen müssen. Die Zahl der Menschen, die Lebensmittelhilfe erhalten, sei im Mai von 1,3 Millionen auf 650.000 gesunken, teilte die Organisation mit. Zudem stellte das WFP ein landesweites Programm zur Subventionierung von Brot ein, von dem täglich Millionen Menschen profitiert hatten.
Weiterhin seien rund 7,2 Millionen Menschen in Syrien akut von Ernährungsunsicherheit betroffen, darunter 1,6 Millionen in besonders schwerer Lage. Viele Familien könnten ihren täglichen Nahrungsbedarf nicht mehr decken und seien gezwungen, Mahlzeiten auszulassen oder auf weniger nahrhafte Lebensmittel auszuweichen. Besonders Kinder seien durch Unterernährung gefährdet.
"Die Kürzung der WFP-Hilfe ist ausschließlich auf Finanzierungslücken zurückzuführen und nicht auf einen geringeren Bedarf", sagte Marianne Ward, Landesdirektorin in Syrien. Der Wiederaufbau des Landes bleibe fragil, während die humanitären Bedürfnisse weiterhin enorm seien.
Nach Angaben des WFP werden in den kommenden sechs Monaten bis November 189 Millionen US-Dollar benötigt, um lebensrettende Hilfen in Syrien aufrechtzuerhalten und teilweise wieder auszuweiten./arj/DP/jha