CARACAS (dpa-AFX) - Venezuela hat einen umfassenden Prozess zur Umstrukturierung seiner Auslandsschulden angekündigt. Das südamerikanische Land ist im Ausland mit rund 170 Milliarden US-Dollar verschuldet, was aktuell rund 145 Milliarden Euro entspräche. Auch die Verpflichtungen des staatlichen Ölkonzerns PDVSA sollen neu geordnet werden, wie das Wirtschafts- und Finanzministerium mitteilte.
Venezuela ist seit 2017 zahlungsunfähig. Die jährliche Wirtschaftsleistung des Landes liegt einer Schätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge aktuell nur bei rund 110 Milliarden US-Dollar.
"Unsere Fähigkeit und Bereitschaft, unseren Verpflichtungen nachzukommen, wurde durch finanzielle Sanktionen beeinträchtigt", erklärte das Ministerium. Diese waren von den Vereinigten Staaten verhängt worden. Seit der Gefangennahme des venezolanischen Machthabers Nicolás Maduro im Januar durch das US-Militär hat Washington seine Sanktionen schrittweise gelockert.
Erst vor wenigen Tagen hatte das US-Finanzministerium der Regierung in Caracas genehmigt, Rechts- und Finanzberater zur Umstrukturierung der Schulden zu engagieren. Umschuldungen sind meist sehr komplex und umfassen oft auch langwierige und zähe Verhandlungen mit Gläubigern.
US-Präsident Donald Trumps Regierung will die großen Ölvorkommen des Landes zugunsten der USA nutzen und übt inzwischen erheblichen Einfluss auf die venezolanische Ölindustrie und Politik aus./aso/DP/jha