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ROUNDUP: Gefangenenaustausch zwischen Russland und Ukraine beginnt

ROUNDUP: Gefangenenaustausch zwischen Russland und Ukraine beginnt

15.5.2026 10:36:49 | Quelle: dpa | Lesedauer etwa 2 min.

KIEW/MOSKAU (dpa-AFX) - Russland und die Ukraine haben nach übereinstimmenden Angaben jeweils 205 Kriegsgefangene ausgetauscht. Es sei der erste Schritt eines größeren Austauschs von 1.000 Gefangenen jeder Seite, teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf der Plattform X mit. "Wir werden weiter um jeden kämpfen, der noch in Gefangenschaft ist."

Die heimkehrenden russischen Soldaten seien auf dem Gebiet von Belarus, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit und dankte den Vereinigten Arabischen Emiraten für Vermittlung bei der Aktion.

Der Austausch von jeweils 1.000 Kriegsgefangenen war Teil der Vereinbarung über eine dreitägige Waffenruhe vom 9. bis 11. Mai, vermittelt von US-Präsident Donald Trump. Die Feuerpause schützte vor allem die Militärparade zum russischen Weltkriegsgedenken am 9. Mai.

Danach hielt Kremlchef Wladimir Putin der Ukraine vor, sie habe die Listen von Gefangenen nicht schnell genug vorgelegt. Selenskyj wies dies zurück und forderte die USA als Vermittler auf, auf den versprochenen Austausch zu drängen.

Treffpunkt: Grenze zwischen der Ukraine und Belarus

In den mehr als vier Jahren des russischen Angriffskriegs haben beide Seiten bereits Tausende Gefangene ausgetauscht. Zuletzt fand dies immer an der Grenze zwischen der Ukraine und Belarus statt. Weil An- und Abtransport der Soldaten schwierig sind, sind auch früher größere Austausche in mehrere Etappen aufgeteilt worden.

Russische Quellen sprachen der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge davon, dass auch Leichen ausgetauscht werden sollten. Moskau gebe 526 tote ukrainische Soldaten zurück und bekomme 41 russische Leichen. Bei diesen Austauschaktionen ist die Zahl toter Ukrainer in den vergangenen Jahren immer deutlich höher gewesen. Als Grund gilt, dass die russische Armee ständig vorgerückt ist und die abziehende ukrainische Armee ihre Toten oft nicht bergen konnte./fko/DP/stk