LONDON (dpa-AFX) - Die britische Außenministerin Yvette Cooper warnt durch die Blockade der Straße von Hormus vor einer erheblichen Lebensmittelkrise. "Die Welt riskiert, schlafwandelnd in eine globale Nahrungsmittelkrise zu schlittern", sagte Cooper laut Nachrichtenagentur PA bei einem Kongress in London.
Die globale Gemeinschaft könne es nicht riskieren, dass Millionen von Menschen durch Hunger bedroht sind, "weil der Iran eine internationale Schifffahrtsroute blockiert", warnte die Außenministerin. Der weltweite Handel etwa mit Düngemitteln und Heizöl sei weitgehend zum Erliegen gekommen, "der Globale Süden bezahlt den höchsten Preis".
Dies könne sich erheblich auf Ernteerträge und dadurch die Preise von Lebensmitteln auswirken, so Cooper. "Wir müssen den Risiken zuvorkommen und dürfen nicht abwarten, bis sich das Leid vor unseren Augen entfaltet".
Die Straße von Hormus gilt seit Beginn der israelisch-amerikanischen Angriffe auf den Iran als de facto blockiert. Teherans Streitkräfte hatten kurz nach Kriegsbeginn die Kontrolle über die für den Energiehandel wichtige Route übernommen. Durch Drohungen, Kontrollen und Angriffe auf Schiffe kam der Verkehr in der Meerenge weitgehend zum Erliegen, was Energie- und Kraftstoffpreise in die Höhe schnellen ließ. Die Meerenge ist laut dem Iran zudem inzwischen vermint.
Auch die UN warnten bereits davor, dass die Lage in der Meerenge Hunger- und Gesundheitskrisen vor allem in ärmeren Ländern auslösen könnte. Nach Angaben des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen könnten bis zu 45 Millionen Menschen zusätzlich hungern, sollte sich der Konflikt im Nahen Osten verlängern./pba/DP/zb