FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat am Dienstag den Schwung vom Wochenauftakt mitgenommen. Allerdings gab er einen Großteil der Gewinne am Nachmittag wieder ab. Gut kam bei Anlegern an, dass US-Präsident Donald Trump einen angeblich geplanten Angriff auf den Iran vertagt hat. Schon am Montag hatte sich im Verlauf Hoffnung auf eine Annäherung in den Verhandlungen breit gemacht, nachdem der Leitindex unter der Last hoher Ölpreise zunächst abgetaucht war.
Der Dax beendete den Handel mit einem Aufschlag von 0,38 Prozent bei 24.400,65 Zählern. Damit näherte sich der Leitindex der runden Marke von 25.000 Punkten weiter an, die er letztmals vor knapp zwei Wochen getestet hatte. Der MDax mit den mittelgroßen deutschen Werten gab dagegen um 0,34 Prozent auf 31.331,71 Punkte nach.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 trat quasi auf der Stelle. Der SMI in Zürich legte um knapp ein Prozent zu, während sich der Londoner FTSE 100 kaum bewegte. In den USA lag der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss mit einem halben Prozent im Minus.
Am Vorabend hatte Trump verlauten lassen, dass er einen angeblich für diesen Dienstag geplanten Angriff auf den Iran auf Bitten mehrerer Golfstaaten vorerst abgesagt habe. Es liefen "ernsthafte Verhandlungen" mit Teheran, schrieb der US-Präsident auf der Plattform Truth Social. Allerdings haben mehrere Golfstaaten-Vertreter dem "Wall Street Journal" zufolge erklärt, ihnen sei der von Trump erwähnte angebliche Plan für einen Angriff auf den Iran nicht bekannt.
"Dass dieser Konflikt heute nicht durch einen neuen Militärschlag eskaliert, ist ganz klar positiv zu bewerten", kommentierte der Marktbeobachter Thomas Altmann von QC Partners. Auch die Ölpreise gaben von hohem Niveau wieder etwas nach. Ob es hinter den Kulissen tatsächlich Annäherungen zwischen den USA und dem Iran gebe, darüber kann aber laut Altmann nur spekuliert werden.
Am Dienstag waren Werte gefragt, die zuletzt abgestoßen wurden, darunter neben Rüstungs- auch viele Software-Aktien. Aus dem Rüstungsbereich setzten Rheinmetall die jüngste Erholung mit einem Anstieg um drei Prozent fort. In der Software-Branche stiegen SAP , Nemetschek und Atoss Software zwischen 6 und 13,5 Prozent.
Umgekehrt gab es Gewinnmitnahmen bei zuletzt gut gelaufenen Werten aus den Bereichen Halbleiter, Chemie und Solartechnologie. Beim Chipkonzern Infineon machte sich dies mit einem Abschlag von 2,6 Prozent bemerkbar. Titel von SMA Solar büßten fast zehn Prozent ein, nachdem sich der Kurs 2026 fast verdoppelt hatte.
Stark unter Druck gerieten die Titel von Ottobock mit minus elf Prozent. Just am Tag der Hauptversammlung wurde der Prothesenhersteller vom spekulativen Leerverkäufer Grizzly Research mit einem negativen Report konfrontiert.
Aktien von Ströer sackten um fast elf Prozent ab. Hier droht eine Übernahme durch US-Finanzinvestoren zu platzen, berichtete Bloomberg unter Berufung auf informierte Personen./bek/jha/
Von Benjamin Krieger, dpa-AFX