NEW YORK (dpa-AFX) - Erwartungsvoll wie schon längere Zeit nicht mehr schauen die Märkte auf die anstehende Quartalsbilanz des Chip-Giganten Nvidia . An diesem Mittwoch nach Börsenschluss veröffentlicht der Trendsetter für die boomende KI-Branche Zahlen für das erste Quartal - und vor allem Prognosen für den weiteren Geschäftsverlauf.
"Wir gehen vorsichtig optimistisch in die Zahlen", schrieb Tech-Experte William Beavington vom Investmenthaus Jefferies. Seine Umsatzprognose für die ersten drei Monate lautet auf 78,6 Milliarden US-Dollar und liegt nahe an der Konsensschätzung. Wichtiger dürfte aber das Umsatzziel für die Monate April bis Juni sein. Hier liege die quasi-offizielle Konsensprognose von Analysten bei 87 Milliarden Dollar.
Interessant ist, dass laut Beavington die sogenannte "Buy-Side"-Prognose für den Umsatz im zweiten Quartal mit 91,5 Milliarden Dollar recht deutlich über dem Analystenmittel liegt. Zur "Buy-Side" zählen zum Beispiel Asset-Manager, Pensionskassen, Hedgefonds und Vermögensverwalter. Also Marktakteure, die an der Börse als aktive Käufer und Verkäufer auftreten. Hier sind die Erwartungen also noch höher gesteckt als bei den analysierenden Investmentbanken.
Insgesamt zeigt sich der Markt euphorischer als in den vergangenen Quartalen. In den zurückliegenden vier Wochen ist der Nvidia-Kurs um 10,4 Prozent gestiegen und erreichte am Donnerstag bei 236,54 Dollar ein Rekordhoch. Bei den zurückliegenden vier Quartalsberichten von Nividia betrug der durchschnittliche Kursanstieg in den vier Wochen zuvor 7,7 Prozent.
Noch beeindruckender ist die jüngste Rally der Aktien, wenn man die Entwicklung seit Anfang April nimmt: Um mehr als ein Viertel ging es in diesem Zeitraum nach oben. Im Rekordhoch waren es sogar fast 36 Prozent, bevor die Aktien zuletzt wieder etwas nachgaben.
"Wenn Nvidia enttäuscht, könnte es ungemütlich werden", warnt denn auch Marktexperte Maximilian Wienke vom Broker Etoro. "Die Erwartungen sind wieder einmal extrem hoch". Zumal Nvidia längst kein normales Unternehmen mehr sei, sondern der zentrale Taktgeber des globalen KI-Booms. Anleger verlangten vom Unternehmen nicht nur starkes Wachstum, sondern vor allem den Beweis, dass der mit hohen Investitionen befeuerte KI-Boom weiterhin mit voller Geschwindigkeit läuft. Sollte der 5,4 Billionen Dollar schwere Konzern diese Erwartungen enttäuschen, könnten die Anleger Luft aus den Kursen der KI-Profiteure lassen./bek/ag/jha/