FRANKFURT (dpa-AFX) - Mit Rückenwind aus dem asiatischen Aktienhandel zeichnet sich am Freitag für den Dax ein starker Auftakt ab. Der X-Dax signalisierte knapp eine Stunde vor dem Börsenstart einen Aufschlag von fast einem Prozent auf 24.836 Punkte. Der deutsche Leitindex würde damit einen neuen Schritt hin zur Marke von 25.000 Punkten machen, aber unter seinen Spitzen der vergangenen beiden Handelstage bleiben. Diese hatten bei fast 24.900 Punkten gelegen.
An den Asien-Börsen setzte sich eine Rally im Technologiesektor am Freitag fort, dieses Mal mit dem Schwerpunkt auf Japan und Taiwan. Außerdem wird am Aktienmarkt weiter auf eine Einigung zwischen den USA und dem Iran gesetzt. "Die globalen Aktienmärkte zeigen angesichts der hohen Ölpreise und des Ausverkaufs an den Anleihemärkten weiterhin eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit", schrieb vor diesem Hintergrund der Barclays-Fachmann Emmanuel Cau. Aus taktischer Sicht werde derzeit also auf die künftige Entwicklung der aktuell maßgeblichen Ölpreise gewettet.
Cau warnt aber davor, dass sich die Schlagzeilen in diesen Tagen immer wieder schnell ändern. Anleger blieben also hin- und hergerissen zwischen Hoffen und Bangen. Daher steckten die europäischen Aktienmärkte nun schon seit mehr als einem Monat in einer engen Handelsspanne fest, die im Dax etwas über 25.000 Punkten ihre Grenze hat. Cau erwähnt auch, dass der Krieg das Konjunkturumfeld mit fortlaufender Dauer immer schwieriger mache. "Sollte sich der Konflikt mit dem Iran folglich rasch beilegen lassen, könnten die Märkte über kurzfristig schwache Wirtschaftsdaten hinwegsehen", so Cau.
In Deutschland könnten am Freitag wegen US-Vorgaben vorbörslich Aktien aus dem Softwaresektor in den Fokus rücken. Bei SAP wird von Händlern auf starke Zahlen von Workday verwiesen und bei Teamviewer zusätzlich auf ebensolche von Zoom Communications . Die Aktien der beiden US-Unternehmen wurden daraufhin außerbörslich deutlich im Plus gehandelt. Mit Anstiegen im Ein-Prozent-Bereich kam dies am Morgen vorbörslich auch reduziert bei den deutschen Branchenwerten an.
Verluste bahnen sich derweil bei einigen Chemiewerten an, die zuletzt von Anlegern als Profiteur der Verwerfungen im Zuge des Nahost-Kriegs gegolten hatten. Daraufhin mehren sich neuerdings die Abstufungen. Für Evonik und Lanxess senkte am Freitag JPMorgan seine Einschätzungen und für Lanxess zusätzlich Goldman Sachs. Lanxess gab auf der Plattform Tradegate stärker nach als Evonik - die Aktie wird zusätzlich noch ex Dividende gehandelt./tih/stk