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AKTIE IM FOKUS: Akzo Nobel springt an wegen Übernahmeangebot - Short-Squeeze

AKTIE IM FOKUS: Akzo Nobel springt an wegen Übernahmeangebot - Short-Squeeze

27.5.2026 10:09:27 | Quelle: dpa | Lesedauer etwa 2 min.

AMSTERDAM (dpa-AFX) - Bei den Aktien von Akzo Nobel sind am Mittwoch Spekulationen um eine Alternative zur Fusion mit Axalta entbrannt. Das Chemieunternehmen selbst feuerte diese an mit der Aussage, ein Übernahmeangebot von Nippon Paint Holdings unter Beteiligung von Sherwin-Williams zurückgewiesen zu haben. Akzo sollte demnach unter beiden aufgeteilt werden.

Die Papiere des Farbenherstellers sprangen am Vormittag um etwa 17 Prozent an. Laut Barclays-Analystin Katie Richards trug ein "Short-Squeeze" zu dieser Dynamik bei. Dabei werden Spekulanten, die mit Leerverkäufen auf fallende Kurse gesetzt hatten, im Zuge anziehender Kurse durch Käufe dazu gezwungen, ihre Positionen einzudecken.

Mit den Gewinnen bügelten die Akzo-Aktien die Kursdelle der vergangenen Monate aus, die den Kurs im März auf ein Sechsjahrestief gedrückt hatte. Der Kurs erreichte nun wieder das Niveau vom Februar. Übergeordnet näherte er sich mit bis zu 61,38 Euro dem oberen Ende der Zweijahresspanne, die von 46 bis etwa 65 Euro reicht.

Das abgelehnte Angebot lag deutlich über dieser Spanne bei 73 Euro je Aktie. Der gebotene Preis bilde den Unternehmenswert und langfristige Perspektiven aber bei weitem nicht angemessen ab, wurde die Ablehnung begründet. Der Vorschlag sei auch nicht überlegen im Vergleich mit einer Fusionsvereinbarung, die Akzo im November mit dem US-Autolack-Spezialisten Axalta abgeschlossen hat. Dessen Aktien legten am Mittwoch im vorbörslichen US-Handel mehr als sieben Prozent zu. Sherwin-Papiere wurden dort ein Prozent höher gehandelt.

Barclays-Analystin Richards sprach zwar von einem ordentlichen Aufschlag, nachdem sich der Kurs seit Anfang März maximal bei 55 Euro bewegt hatte. Gemessen am operativen Ergebnis (Ebitda) liege die Bewertung aber unter vergleichbaren Transaktionen im Farbenbereich, was die Ablehnung durch den Vorstand stütze.

Generell glaubt Richards, dass es für Anleger nicht ganz überraschend kommt, dass bei der Axalta-Fusion noch jemand dazwischen funkt. Es sei klar gewesen, dass als Alternative nur eine vollständige Übernahme infrage komme, die sie allerdings für kapitalintensiv und strategisch komplex hielte. Vor diesem Hintergrund glaubt sie, dass zuletzt auf fallende Kurse gesetzt wurde - und dies stärker mit Akzo als mit Axalta.

Was die Beteiligung von Nippon Paint betrifft, zeigte sich die Expertin nicht überrascht, nachdem die Japaner 2017 schon Interesse an Axalta gezeigt hätten. Nun wollten sie ein öffentliches Barangebot für Akzo unterbreiten und dann drei Geschäftsbereiche an die Amerikaner von Sherwin-Williams abgeben./tih/ag/stk