BEIRUT (dpa-AFX) - Bei israelischen Angriffen im Libanon sind nach staatlichen Angaben erneut mehrere Menschen getötet worden. Bei einem Angriff südlich der Küstenstadt Sidon am Morgen seien sechs Menschen getötet worden, teilte das libanesische Gesundheitsministerium mit. Darunter seien zwei Kinder sowie deren Mutter und Vater, hieß es. Die staatliche Nachrichtenagentur NNA hatte berichtet, bei den Getöteten habe es sich um eine Familie gehandelt, die aus dem Süden geflohen sei.
NNA meldete darüber hinaus, dass bei einem israelischen Drohnenangriff auf ein Motorrad bei der Küstenstadt Tyrus zwei Menschen getötet wurden. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist darunter auch ein Kind. Es habe sich um syrische Staatsbürger gehandelt.
Zudem hat es nach NNA-Angaben in der Stadt Sidon einen Angriff gegeben. Auch dabei sei es zu Toten und Verletzten gekommen. Angaben zur Zahl der Opfer gab es vorerst nicht. Das israelische Militär äußerte sich dazu zunächst nicht.
Die libanesische Armee meldete am Vormittag den Tod eines Soldaten. Er sei bei einem israelischen Luftangriff in der Provinz Nabatija getötet worden. Das libanesische Militär ist in dem aktuellen Konflikt keine Kriegspartei.
Israels Armee hatte am Mittwochabend große Teile des Südlibanons zur "Kampfzone" erklärt. Für die Küstenstadt Tyrus und die Stadt Nabatija sowie umliegende Gebiete wurden großflächige Fluchtaufrufe an die Bewohner gerichtet. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden bei einem Angriff nahe Tyrus am Mittwochabend drei Menschen getötet und 37 weitere verletzt.
"Schreckliche Nacht" in Tyrus
"Es war eine schreckliche Nacht", sagte ein Bewohner aus Tyrus der Deutschen Presse-Agentur. "Angriff nach Angriff", sagte er. Vielerorts sei der Strom ausgefallen. Viele Menschen hätten die Nacht am Strand verbracht.
Seit den Evakuierungsaufrufen des israelischen Militärs bildeten sich lange Staus in Richtung der Hauptstadt Beirut. Die israelische Armee hatte die Bewohner im Süden aufgerufen, sich nördlich des Sahrani-Flusses - etwa 40 Kilometer nördlich der israelischen Grenze
- in Sicherheit zu bringen.
Die Lage zwischen Israel und der vom Iran unterstützen Hisbollah im Libanon hat sich zuletzt deutlich zugespitzt. Israel und die libanesische Regierung - die keine Konfliktpartei ist - hatten Mitte April zwar eine Waffenruhe geschlossen. Die Hisbollah selbst lehnt Verhandlungen mit Israel jedoch ab. Der Krieg geht seitdem weiter. Beide Seiten greifen sich weiter täglich an. Dabei kommt es vor allem im Libanon immer wieder zu Opfern.
Israel meldet getötete Soldatin
Israels Armee meldete am Morgen eine getötete Soldatin in Nordisrael. Israelischen Medienberichten zufolge kam sie bei einem Drohnenangriff der Hisbollah nahe der libanesischen Grenze ums Leben. Bei dem Vorfall am Mittwoch seien zudem zwei Soldaten verletzt worden, hieß es von Israels Militär weiter.
Die israelische Armee fing am Morgen eigenen Angaben zufolge zudem "ein verdächtiges Flugobjekt" ab, das in der Nähe israelischer Soldaten im Südlibanon registriert worden sei. In Nordisrael wurde deshalb Luftalarm ausgelöst. Zudem hätten auch wegen eines weiteren "feindlichen Fluggeräts" die Warnsirenen im Norden des Landes geheult, teilte Israels Militär weiter mit./arj/DP/jha