BERLIN (dpa-AFX) - Angesichts der gestiegenen Armut in Deutschland warnt der Paritätische Wohlfahrtsverband vor Einsparungen bei Sozialleistungen. Die Politik müsse sich für gleichwertige Lebensverhältnisse in Deutschland einsetzen, sagte Hauptgeschäftsführer Joachim Rock im Deutschlandfunk. Kürzungen beim öffentlichen Nahverkehr etwa wären "verheerend", auch geplante Einsparungen beim Wohngeld sieht er kritisch. Diese würden Menschen in Regionen mit hohen Wohnkosten besonders treffen und die Armut weiter verschärfen.
Rock forderte stattdessen eine Stärkung der sozialen Sicherungssysteme. "Also unser Appell an die Politik ist, dass man an all den Stellen, wo wir jetzt schon eine hohe Armutsbetroffenheit haben, nicht noch zusätzlich spart, sondern da ansetzt, um Armut zu beseitigen", sagte er und verwies er unter anderem auf eine Stärkung der Rente sowie höhere Bafög-Leistungen. Auch der Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende und Wohngeld dürfe nicht gekürzt werden.
Hintergrund ist der neue Armutsbericht des Verbands. Demnach stieg die Armutsquote von 2024 auf 2025 um 0,6 Prozentpunkte auf 16,1 Prozent der Bevölkerung. 13,3 Millionen Menschen lebten hierzulande in Armut. Damit erreichte die Quote nach Angaben des Verbands einen Höchststand./scr/DP/stw